«Golf ist Kommunikation und Emotion»
Die Uhrenmarke Cimier führte im Ybrig ihr erstes Golfturnier durch. CEO Martin Bärtsch sagt, was Golf für seine Marke so interessant macht.
Von Franco Carabelli
Wenn Aussenministerin Micheline Calmy-Rey ihre Botschafter ins EDA bittet, ist das vermutlich nicht gerade das, was man einen ungezwungenen Anlass nennt. Da haben es die Ambassadoren der Uhrenmarke Cimier leichter. «Ein gewisses Mass an Unkonventionalität ist durchaus erwünscht», sagt Cimier-Chef Martin Bärtsch und winkt von seinem Stuhl auf der Terrasse des GC Ybrig aus der Snowboard-Olympiasiegerin Tanja Frieden zu, die soeben von ihrem ersten Einsatz «am Golf» zurückgekehrt ist.
«Fascinating times»
Frieden (33) ist das jüngste und das erste weibliche Mitglied im «Corps Diplomatique» von Cimier. Sie stiess vergangenes Jahr zum Team, das vorher ausschliesslich aus Herren, weitgehend gesetzteren Altersbestand: aus Heini Hemmi (60), Olympiasieger 1972 im Riesenslalom, Walter Tresch (61,) Ski-Allrounder der 1970er-Jahre, FCB-Ikone Karl «Karli» Odermatt (66), dem deutschen Altmeister des Fallrückziehers, Klaus Fischer (60), und dem früheren Schweizer Nationalgoalie Jörg Stiel (41). «‹Fascinating times›, das ist der Slogan unserer Marke», sagt Bärtsch (44), der als Moderner Fünfkämpfer mit im Rennen um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul war. «Sportliche Highlights faszinieren sehr viele Menschen. Und alle unsere Botschafter stehen für solche denkwürdige Momente oder Zeiten.»
Aber Bärtsch ist alles andere als ein Mann von gestern. Der Thurgauer, der die 1924 gegründete und in den 1980er-Jahren untergegangene Firma Cimier vor sechs Jahren übernahm und neu lancierte, hat klare, zukunftsorientierte Strategien. Dazu gehört auch das Golfengagement, das dieses Jahr mit Turnieren im Ybrig (13. Juni) und in Gonten (29. August) gestartet wurde respektive wird. «Golf ist ein sehr interessantes Marketinginstrument geworden», sagt Bärtsch, der seit eineinhalb Jahren den Schläger schwingt und bereits Handicap 27 erreicht hat. «Seit dieser Sport seinen etwas elitären Touch verloren hat, ist er zu einer idealen Begegnungsstätte geworden. Einem Ort, an dem die unterschiedlichsten Menschen kommunizieren und Emotion erleben können.»
Kommunikation und Emotion – das sind zwei Schlüsselwörter im Cimier-Vokabular. Dem entsprechen auch die zwei neusten Marketingaktionen des Labels, dessen Uhren es mittlerweile auch in ausgewählten Golfshops zu kaufen gibt. Bärtsch: «Als Hersteller muss man mehr tun, als nur beim Juwelier hinten in der Schlange zu stehen.» Diplomverdächtig ist aktuell die «Watch Academy», eine «Schule», in der Firmen oder private Gruppen von Cimiers Uhrmachermeister in die Geheimnisse des Handwerks eingeweiht werden und aus selbst ausgewählten Komponenten ihre Wunschuhr zusammensetzen können (Auskünfte unter watchacademy(at)cimier.com).
Stiel und Frieden als Designer
Zudem soll schon bald eine Uhr produziert werden, die mehr, wesentlich mehr kann, als nur die Zeit anzuzeigen: Der Ticker, dessen Gehäuseboden ausgerüstet ist mit einem «Energie-Glas», soll beim Träger oder der Trägerin für «Good vibrations» und einen positiven Energiefluss sorgen. Walter Tresch, der bereits einen Prototyp getestet hat, glaubt fest an dieses Phänomen. «Ich spiele eindeutig besser Golf, wenn ich diese Uhr trage», sagte Tresch im Ybrig. «Heute trug ich eine andere – prompt kam ich nicht so richtig in Schwung.»
Mit Tradition und Innovation tickt Cimier mittlerweile in 14 Ländern in den Auslagen. Vor allem in Asien und Russland verlassen sich immer mehr Menschen auf diese Schweizer Uhren. Doch auch hier zu Lande steigt die Begeisterung. So haben Tanja Frieden und Jörg Stiel bereits ihr eigenes Modell mitkreiert. Die «Limited Edition Tanja Frieden» respektive «Jörg Stiel» waren denn auch die Hauptpreise an der 1. Cimier Trophy im Ybrig. Sie werden den Brutto-Siegern Beatrix Casanova (Gotthard-Realp) und André Balcon (Ybrig) künftig helfen, ihre Tee-Time strikt einzuhalten. Sepp Grabmeier von der Driving Range in Uster, an jenem Tag mit 43 Brutto-Punkten (7 unter Par!) die wahre Nummer 1, hatte auf das Schmuckstück verzichtet. «I hob ja ab Gelb gschpuit», sagte der Pro aus Bayern und freute sich für den Runner-up.