So soll es auch sein: Wenn man ins Tessin Golf spielen geht, hat man so oder so Ferienstimmung. Egal,ob man nur ein Wochenende oder mehrere Tage in der Sonnenstube der Schweiz verbringen kann. Doch die Verantwortlichen des Golf
Club Patriziale Ascona ruhen sich nicht auf den Lorbeeren aus. In den letzten Jahren wurde am Platz viel gearbeitet, und seit kurzem ist nicht nur die Erweiterung des Clubhauses abgeschlossen, auch der Pro-Shop und das Sekretariat haben neue Räumlichkeiten bezogen.
Von Anfang an ein Topplatz
Der März 1928 gilt als offizieller Geburtsmonat des Golf Club (Patriziale) Ascona, die Idee dazu tauchte aber schon drei Jahre früher auf. Auf einem Plan aus jener Zeit sind ein Golfplatz mit 18 Loch und einer Länge von 5324 Metern auf einem Gelände von etwa 50 Hektar und drei Tennisplätze skizziert.
Die Dreissigerjahre waren für die Region Verbano eine Zeit grosser Veränderungen. Besonders Ascona entwickelte sich schnell und wurde zu einem Zentrum für Kultur und Tourismus. Golferisch wurde auch in Ascona mit neun Löchern begonnen, die schon bald den Ruf hatten, die «neun schönsten Löcher Europas» zu sein.
1932 wurde dann das Clubhaus gebaut, und 1957 waren 18 Löcher fertiggestellt. Wegen der Übernahme des Vertrages mit dem Golfclub Locarno-Ascona durch das Patriziat von Ascona, wurde der Club 1960 in Golf Club Patriziale Ascona umgetauft. Die Zeit bis 1970 wurde vor allem für die Anhebung des Platzes auf internationales Niveau verwendet. Und daran wurde auch später festgehalten. In den letzten zwanzig Jahren wurden laufend kleinere und auch grössere Projekte realisiert, die alle eines zum Ziel hatten: die Position an der Spitze der Schweizer Golfplätze zu halten. Vor allem der Umbau von beinahe der Hälfte aller Greens in den letzten drei Jahren hat sich positiv ausgewirkt. Auch auf die Anzahl der Greenfeespieler. Diese ist auf gut 23 000 Runden angestiegen, was zu einer gewissen Unruhe bei den Mitgliedern geführt hat. Deshalb wird heute sehr darauf geachtet, dass Gäste vor allem am Vormittag spielen, Mitglieder am Nachmittag. Zudem wurden die Greenfeepreise an Weekends moderat angehoben.
Schildkröten als Zuschauer
Ascona ist eine Art subtropische «Insel», vor allem was die Vegetation betrifft. So verwundert es nicht, dass sich auf dem Platz im Delta der Maggia immer wieder wunderbare Blütensträucher mit Palmen oder Pinien abwechseln, wobei auch «ganz normale» Tannen zum Bild des naturnahen Platzes gehören. Wenn einem dann aber am Teich von Loch 17 ein Dutzend sonnenbadende Schildkröten nachgucken, dann ist das Gefühl von Süden und Ferien endgültig sicht- und spürbar. Ein typisches Beispiel für den Einbezug der Natur in den Platz ist das vom Club zum schönsten Loch des Platzes erkorene Loch 8. Ein kurzes Par 4, ein leichtes Dogleg links mit viel Wasser. Wasser, mit dem dann auch der G&C-Flight etwas gar enge Bekanntschaft schloss…
Ein aussergewöhnlicher Flight
Normalerweise stehen für diese Serie der Präsident, ein weibliches Mitglied mit mittlerem Handicap, der Clubpro sowie ein Mitglied der G&C-Redaktion am ersten Tee. Diesmal war es ziemlich anders. Der Präsident war verhindert, für ihn sprang Captain Fabio Valeggia ein. Da an jenem Tag auch noch ein Damenturnier stattfand, musste der vorgesehene Ladies’Captain andere Aufgaben übernehmen. Für sie sprang Maria Louisa Caroni ein, ein früheres Mitglied der Nationalmannschaft sowohl der Juniorinnen als auch der Aktiven.
Und wie das Leben so spielt, Pro Steve Rey wurde krank und musste passen. Ihn ersetzte die Gattin des Protokollführers. Aber Rey erklärt auf den Seiten 66/67 trotzdem, wie man dieses Loch spielen sollte.
Angriff lohnt sich kaum
Von der hintersten Teebox aus scheint das 8. Loch relativ eng zu sein. Aber das täuscht. Schon nach wenigen Metern öffnet es sich stark, wobei der alte Nadelbaumbestand am rechten Rand und der von grossen Steinen umsäumte Teich auf der linken Seite die Landezone des Abschlags keineswegs grosszügig erscheinen lassen. Der Schreibende setzte denn auch seinen Abschlag (Holz 3) in den Teich. Fabio Valeggia tat es ihm mit dem Driver gleich. Nur die beiden Ladies hatten da keine Probleme. Während Maria Louisa Caroni ihr Holz 5 leicht rechts verzog und im in Ascona fast immer sehr zähen Rough landete, platzierte Brigitte Huggel ihren Abschlag geradezu optimal, etwa 60 Meter vor dem Green, mitten im Fairway.
Nach den Strafschlägen packte die beiden Männer der Ehrgeiz. Valeggia allerdings liess seine Sandwedge etwas zu kurz und musste den Schläger vom Greenrand aus nochmals einsetzen. Aber das machte er so gut, dass er dank nur einem Putt doch noch auf ein Bogey kam. Der G&C-Mann platzierte seinen Eisen-7-Schlag zwar auf dem dreistufigen Green, musste aber zwei Putts in Kauf nehmen, so dass auch er einen Schlag über dem Par blieb.
Wie schwer das Rough in Ascona sein kann, erlebte Caroni. Aus einer schwierigen Abwärtslage landete ihr Ball – geschlagen mit dem Eisen 7 – kurz hinter dem in ein Bächlein übergehenden Teich, erneut in nicht optimaler Lage. Mit der Sandwedge spielte sie zwar aufs Green, verbuchte dort aber ebenfalls zwei Putts, so dass das dritte Bogey Tatsache war. Blieb die G&C-Frau. Sie nützte die gute Ausgangslage, spielte den Ball mit einer 52°-Wedge so nahe an die Fahne, dass ihr ein Putt zum Birdie reichte.
Drei Bogeys und ein Birdie auf einem Loch mit Strokeindex 11 ist keine berauschende Bilanz. Aber sie beweist, dass bei einem solchen Loch eine vorsichtige Spielweise nur von Vorteil sein kann.
Infos
www.golfascona.ch
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Autor Hannes Huggel (Text und Fotos)