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Björn bezwingt das Super-Trio – Ulrich (18.T) schreibt Geschichte

An der traditionellen Bilanz-Medienkonferenz, die in Crans jeweils bereits am Sonntag vor der Schlussrunde stattfindet, formulierte Turnierdirektor Yves Mittaz seine Herzenswünsche: «Ich hoffe, wir haben heute Nachmittag einen grossen Namen als Sieger. Das würde mithelfen, das Renommée dieses aussergewöhnlichen  Events  weiter zu steigern.» Zudem hoffe er, dass der angesagte schwere Regen erst nach der Siegerehrung einsetze, und darum starte das Feld ausnahmsweie sowohl auf der 1 als auch auf der 10 zur Finalissima.

 

Beide Wünsche wurden nur teilweise erfüllt. Der Himmel begann seine Schleusen zu öffnen, als die letzten Spieler noch auf der Runde waren, und ob Mittaz den Dänen Thomas Björn unter seinen Wunschsiegern hatte, bleibt sein Geheimnis. Zwar hatte der Turnierdirektor nicht explizit gesagt, wer für ihn zu diesen «grossen Namen» zähle, aber man darf vermuten, dass er damit in erster Linie  einen aus dem Trio Rory McIlroy, Lee Westwood und Martin Kaymer gemeint hatte. Doch auch wenn dem schliesslich siegreichen Thomas Björn (40) vielleicht der Nimbus eines Superstars abgeht – er ist alles andere als ein «Zufallssieger». Der zweimalige Ryder-Cup-Teilnehmer (1997 und 2002) hat dieses Jahr schon das Katar Masters und vergangene Woche die Johnnie Walker Championship im schottischen Gleneagles gewonnen. Zudem liegt er in der europäischen Order of Merit an achter Stelle (vor Crans).

 

Kommt hinzu, dass Björn auf der Schlussrunde eine Klasse für sich war: Ein Eagle, neun Birdies, sechs Pars und zwei Bogeys ergaben eine souveräne 62.  Insgesamt machte der Däne auf seinem Weg zum dritten Saisonsieg 264 Schläge (20 unter Par), und an Preisgeld kassierte er in Crans über 333 333 Euro.

 

Die «Big Names» erlebten einen durchzogenen Tag: Martin Kaymer startete stark, und zwei Eagles und zwei Birdies auf den ersten Neun brachten ihn bei Halbzeit auf –16 und in Führung. Aber dann schien der Deutsche eine «schöpferische Pause» einzulegen. Neun Pars auf den zweiten Neun ergaben eine 65er-Runde und den zweiten Schlussrang, vier Strokes hinter Björn.

 

McIlroy, der am Samstag noch gesagt hatte, er fühle, dass da eine 62 oder sogar eine 61 drinliegen würde, startete zwar mit zwei Birdies, aber dann war Funkstille. Sieben Pars, darunter auch auf seinen «obligatorischen» Birdie-Löchern 5, 6 und 7, ergaben einen Zwischenstand von –14. Und auf den zweiten Neun passierte beim US-Open-Sieger nicht mehr viel: Zwei Birdies und ein Bogey führten schliesslich zu einer 68, was in der Endabrechnung den geteilten dritten Platz bedeutete, fünf Schläge hinter Sieger Björn.

 

Und auch Lee Westwood, der immer noch an seiner Sommergrippe laborierte, scorte mit 1 unter Par eine für seine Ansprüche eher diskrete Runde. Sein Name tauchte im Schlussranking an sechster Stelle auf, sechs Schläge hinter dem von Thomas Björn.

 

Damian Ulrich, der vor allem am Freitag und Samstag mit zwei 67er-Runden für Aufsehen gesorgt hatte, blieb für die letzten 18 Löcher am Sonntag einen Schlag über Par. Er habe viele Chancen nicht nutzen können, sagte der Zuger. «Ich war einfach nicht auf dem Niveau von Freitag oder Samstag.» Der «Zahltag» hingegen stimmte für den Pro vom GC Ennetsee, der normalerweise sein Geld auf der drittklassigen EPD Tour verdient: Ulrichs Preisgeld betrug und 23 000 Euro, und  war damit das mit Abstand grösste, das der Schweizer in seinen fünf Profijahren je gewonnen hatte. Nicht mit Geld aufzuwiegen sind die Erfahrungen und die Erlebnisse, die Ulrich bei seinem Abstecher auf die European Tour gemacht hat. «Es war eine fantastische Woche», sagte der  Shooting Star. «Noch vor einem Jahr hatte ich eine schwere Krise und dachte ans Aufhören – und jetzt das: Was für eine Wende!»

 

Ein Schlussfeuerwerk zündeten auch Ulrichs Landsleute nicht: Julien Clément fabrizierte an der 4, einem Par 4, eine 9. Dieser Quintuple-Bogey, drei weitere Bogeys und zwei Birdies führen zu einer 77 und dem geteilten 65. Schlussrang. Martin Rominger verabschiedete sich mit einer 70 aus Crans-Montana und belegte in der Endabrechnung den geteilten 61. Platz.

 

Und ganz zum Schluss schien auch der Himmel ein Einsehen mit Turnierdirektor Yves Mittaz zu haben: Pünktlich zur Siegerehrung stoppte der Regen, und die Sonne zeigte sich noch einmal…

 

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