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KEEP IT SIMPLE Der neue Launcher HB von Cleveland ist zwar voller Hightech, verzichtet aber gänzlich auf Verstellbarkeit.

Clubs, die auch «ab Stange» funktionieren

Nach ein paar Jahren Pause lanciert Wedge- und Putter-Spezialist Cleveland wieder ganze Serien von «richtigen» Schlägern. Marketing-Mann Hauke Lipp erklärt, was dahintersteckt.

Herr Lipp, Sie sind seit zwei Jahren von London aus mitverantwortlich für das Marketing von Srixon und Cleveland in Kontinentaleuropa. Welche Länder liegen dabei besonders in Ihrem Fokus?
HAUKE LIPP, MARKETING MANAGER CONTINENTAL EUROPE: «Nun, da sind natürlich die DACH-Länder, also Deutschland, Österreich und die Schweiz, aber da sind auch Spanien und Schweden. Und da wir ja mal zum Rossignol-Konzern gehört haben, sind wir auch in Frankreich nach wie vor ziemlich gut aufgestellt.»

Welchen Stellenwert hat der Schweizer Markt?
«Da er äusserst vielschichtig ist, ist der Schweizer Markt sehr interessant für uns. Das liegt sicher auch daran, dass Schweizer Kundinnen und Kunden bereit sind, gute Qualität zu honorieren. Der Markt ist also geradezu prädestiniert für ein Premium-Label wie Srixon oder die Super-Premium-Produkte von XXIO. Der Stellenwert des Marktes zeigt sich auch darin, dass wir daran denken, unsere Präsenz in der Schweiz neu auszurichten und möglicherweise auszubauen.»

Während der letzten Jahre hat sich Cleveland auf Wedges und Putter konzentriert, und um das klassische Schlägersegment ist es ruhig geworden. Mit der «Launcher HB»-Serie und den CBX-Eisen greift Cleveland jetzt aber wieder voll an…
«Nun ja, einerseits haben sich durch das Verschwinden von Nike und Adams natürlich einige Optionen aufgetan. Aber der Hauptgrund für das Comeback ist die Tatsache, dass wir ein Produkt kreiert haben, das eine Marktnische besetzt: Technisch hochstehende Clubs, die einfach zu bedienen und im mittleren Preis­segment angesiedelt sind.»

Können Sie uns zu den einzelnen Artikeln etwas mehr erzählen?
«Aber gerne. Ich beginne beim Launcher HB Driver, denn er ist in vielerlei Hinsicht das ‹Role model› für die gesamte Linie: Er ist einfach zu schlagen und liefert gute Resultate.»

Ihre Techniker haben bewusst auf jede Art von Verstellbarkeit verzichtet?
«Ja. Alle diese Mechanismen bedeuten zusätzliches Gewicht, oft an Orten, an denen man es nicht brauchen kann. Zudem sind viele Golfende mit technischen Gadgets nicht vertraut. Unseren Launcher HB hingegen greift man sich aus dem Regal – und er funktioniert.»

Sie sind ein Hersteller, der kein Fitting mehr empfiehlt?
«Das Produkt ist für Durchschnittsspielende gedacht. Golferinnen und Golfer, die von ihrem Driver vor allem zwei Dinge erwarten: möglichst viel Länge und eine gerade Flugbahn, vielleicht also einen leichten Anti-Slice-Effekt. Und das ist genau das, wofür der Launcher HB gebaut wurde.»

Das klingt fast schon simpel…
«Nun, der Club beinhaltet natürlich viel Technik, aber diese betrifft die verwendeten Materialien und die Konstruktionsprozesse. Da sind zum Beispiel die HiBore-Titankrone, der ultraleichte Hosel, der Flex-Fin, die vorteilhafte Gewichtsverteilung und die aktive Schlagfläche. Aber all das ist Bestandteil des Gesamtpakets und braucht nicht justiert zu werden.»

Lautet die Devise in dieser Beziehung also «Back to the roots»?
«Es gibt sicher einige Golferinnen und Golfer, die komplexe Verstellmöglichkeiten schätzen – und sie auch nutzen können. Aber für die grosse Mehrheit bringen diese Gadgets nicht unbedingt viel.»

Der Driver kostet 369.99 Franken, die Fairwayhölzer 229.99, die Hybrids 209.99. Das sind in der Tat sehr attraktive Preise. Müssten die Hybrids nicht noch etwas günstiger sein? Oder sind da 200 Franken so etwas wie die Schamgrenze?
«Massgebend sind für uns die US-Preise. Da kommen dann noch landesübliche Extras dazu wie zum Beispiel die Mehrwertsteuer, und bei der Umrechnung auf Euro und Franken können schon Abweichungen entstehen.»

Cleveland hat auch zwei Eisensätze neu aufgelegt, die Launcher CBX und die Launcher HB Irons. Worin besteht der Unterschied?
«Die CBX sind klassische Cavity-Back-Eisen, also Clubs, bei denen ein Teil der Schlägerrückseite ausgespart wurde. Das führt zu einer besseren Gewichtsverteilung und einem tieferen Schwerpunkt. Und das wiederum macht es einfacher, den Ball in die Luft zu bekommen. Das HB-Set, bei dem alle Clubs sehr viel Ähnlichkeit mit einem Hybrid haben, ist besonders geeignet für Golfende, die mit den Eisen auf Kriegsfuss stehen. Von der Performance her sind die CBX sportliche, fehlertolerante Clubs, die HB sind sogar ultra-tolerant. Einfacher gehts wirklich nicht mehr.»

Sowohl das CBX-Set als auch das Launcher HB kosten vom Eisen 5 bis zur Pitching Wedge mit Grafitschäften 769.99 Franken. Da hätten wir erwartet, dass das CBX etwas günstiger ist, weil es keine «Hybrids» enthält…
«Wir wollten beiden Zielgruppen von den Kosten her dieselbe Ausgangslage bieten.»

Sie haben viele Jahre in der Schweiz gelebt und in der Golfbranche gearbeitet. Welche der Neuheiten hat Ihrer Meinung nach hier zu Lande die grössten Chancen?
«Die Launcher-Produkte haben ja bereits eine gewisse Tradition. Deshalb denke ich, dass ihre Rückkehr besonders positiv aufgenommen wird. Ich glaube aber auch, dass die Top-Marke XXIO noch grosses Potenzial hat.»

Welche Dinge vermisst ein Deutscher mit Schweizer Background in London am meisten?
«Ich habe mich in der Schweiz tatsächlich sehr wohl gefühlt, vor allem auch kulinarisch. Am meisten vermisse ich wahrscheinlich ein gutes Fondue…»

Interview: Franco Carabelli

ZU GAST Hauke Lipp an einem Demo-Day im Swiss Golf Bubikon.

FORMSCHÖN Ein komplettes Set der neuen CBX-Eisen von Cleveland.