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HAND IN HAND Ein offizielles Achensee-Foto zeigt: Hier werden Ferien zur Herzenssache.

Ein bisschen Kitsch muss sein…

Der türkisfarbene Achensee ist Herz und Lebensader der gleich­namigen Ferienregion im Nordwesten Österreichs. Hier kann Mann und Frau die Golferseele nach Lust und Laune baumeln lassen.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie rasch man von der Schweiz aus neue Golfregionen erkunden kann, ohne dafür eine beschwerliche Weltreise antreten zu müssen. Nur knapp drei Stunden dauert die Autofahrt ab der Schweizer Grenze ins Achental, unweit von Innsbruck. In diesem auf rund 1000 m ü. M. inmitten eines imposanten Bergpanoramas gelegenen Hochtal liegt der türkis schimmernde Achensee und fasziniert die Besuchenden gleich im ersten Moment mit seinem Glitzern. Hat man die Höhe des Sees über eine kurvige Bergstrasse erreicht und die Ortschaft Maurach hinter sich gelassen, muss man sich entscheiden, welchen Weg man einschlagen will: Westlich des Sees, am Ende einer Sackgasse, liegt die Ortschaft Pertisau und lockt mit dem GC Achensee, einem Mitglied der «The Leading Golf Courses of Austria». Wir aber folgen der Seestrasse weiter Richtung Norden. Denn wir sind im Posthotel in Achenkirch angemeldet, das sowohl über den eigenen 9-Loch-Platz «Alpengolf» als auch über ein breites Wellness-Angebot verfügt. Auf diese Weise wollen wir uns auf unseren Aufenthalt einstimmen. Den Abstecher zum GC Achensee heben wir uns für später auf.

«Spielraum für das Ich», so lautet das Motto des Hoteliers Karl C. Reiter. Der 39-Jährige hat das vor 35 Jahren von seinen Eltern gegründete Posthotel zu einem beliebten Ferienresort ausschliesslich für Erwachsene entwickelt, oder wie er es selbst beschreibt: «Wir bieten in unserem Haus den grössten Spielplatz für Erwachsene.»

Das Hotelangebot richtet sich an Gäste ab 14 Jahren und trumpft mit einer weiteren Besonderheit auf: In der 7000 Quadratmeter grossen Spa-, Pool- und Wellnesslandschaft findet der erholungssuchende Gast alle Annehmlichkeiten, die er sich nur wünschen kann. Das als Signature-Treatment vom Wellnessteam des Atrium Spas angebotene Kraftritual jedenfalls stimmt uns schon mal positiv und gibt uns nach der Behandlung tatsächlich die angepriesene Ruhe und Gelassenheit mit auf den Weg.

Und das ist gut so. Denn Gelassenheit kann man im Posthotel anfangs viel gebrauchen, um sich im über die Jahre gewachsenen und entsprechend verschachtelten Gebäudekomplex zurechtzufinden. Glücklicherweise bekommt man die zahlreichen Passagen, Treppen und Gänge rasch in den Griff.

Ebenfalls nicht zu verachten: Bei einer allfälligen Suche nach einem Ziel stösst man im Posthotel immer wieder auf Überraschendes. Dazu zählt zum Beispiel ein unterirdischer, versunkener Tempel in der Saunawelt. Aber auch  das nach Feng-Shui-Kriterien umgebaute Zöhrerhaus als Bewegungs- und Medi­tationszentrum erweckte unsere Aufmerksamkeit. Oder der Pferdestall mit den prächtigen Lipizzanern. Als verirrter Gast wird man auf solchen Exkursionen aber – typisch Österreich – vom überaus freundlichen Posthotel-Personal stets auf den richtigen Weg zurückgeleitet.

BALLVERLUST UNVERMEIDLICH
Stammgäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind in Achenkirch am zahlreichsten. Sie alle schätzen die Weitläufigkeit des Posthotels und dessen abwechslungsreiches Ferienangebot. Dazu zählt neben der Gourmetküche, die übrigens in acht verschiedenen Restaurants und Stuben angeboten wird, für uns vor allem der hauseigene Golfplatz in unmittelbarer Nachbarschaft. In der Hoteltiefgarage stehen die hauseigenen Golfcarts bereit, und in wenigen Fahrminuten steht man auf dem 9-Lochplatz. Die 2010 grundlegend renovierte Golfanlage des Posthotel ­Alpengolf Clubs liegt auf einem kleinen Hochplateau, grenzt unmittelbar an das Karwendel-Naturschutzgebiet und bietet fantastische Aussichten ins Achental. Zur Infrastruktur gehören eine Driving Range, mehrere Putting- und Chippinggreens, ein Pitchinggelände und Übungsbunker sowie ein bewirtetes Clubhaus im denkmalgeschützten Dollnhof. Die neun Holes sollen gemäss Broschüre für Anfänger und Geübte gleichermassen geeignet sein.

Nach unserem Augenschein ist klar, dass für Anfänger an einzelnen Fairways der eine oder andere Ballverlust unvermeidlich ist, insbesondere an Loch 1 und 9. Beide als Par 3 gekennzeichneten Spielbahnen weisen ihre Tücken auf. Bei Loch 1 sind zwar nur rund 100 Meter Distanz zu überwinden, doch der Abschlag steil den Hügel hoch aufs Green ist dermassen schwer einzuschätzen, dass so mancher Ball übers Ziel hinausschiesst und im angrenzenden Dickicht oder einem Bächlein verschwindet. Bei Loch 9 hingegen spielt man von einem erhöhten Abschlag rund 130 Meter hinunter auf ein abfallendes Green, das zu allem Übel auch noch an einen Teich grenzt. Dass die heimischen Enten keine Helmpflicht kennen, ist eigentlich verwunderlich.

Der Rest der Spielbahnen scheint auf den ersten Blick einfach. Doch weil sie malerisch zwischen diversen Feuchtgebieten angelegt sind, ist auch hier Präzision verlangt. Schön, dass man als Posthotel-Gast den Platz gleich vor der Haustüre hat. Dank kurzen Wegen bleibt mehr Zeit übrig fürs Spiel und die anschliessende körperliche und mentale Erholung.

CHALLENGES OHNE ENDE
Einen gänzlich anderen Charakter hat der zweite Golfplatz im Tal. Im Golf- und Landclub Achensee in Pertisau, am anderen Ende des Achensees, sind aus­wärtige Gäste ebenfalls willkommen. Jeder Spieler mit gültigem Clubausweis und einem Handicap ab 54 darf hier spielen.

Rund 20 Minuten Autofahrt vom Posthotel Achenkirch entfernt, gehört der 18-Lochplatz zu den schönsten Anlagen im Alpenraum. Mit seiner Gründung im Jahr 1934 gilt er als ältester Golfplatz Tirols, ist aber trotz seines fortgeschrittenen Alters in bestem
Zustand.

Aufgrund der zahlreichen Greenfee-Spieler und Gäste, empfiehlt der Club die frühzeitige Startzeitreservation, am sichersten schon vor der  Anreise. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass die Höhenlage der Region Achensee dazu führt, dass die hiesigen Golfplätze je nach Witterung meist nur von Mitte April bis Mitte November bespielbar sind.

Der erste Abschlag des mitten im Dorf gelegenen Golfclubs führt quasi vom Dorfkern hinaus in die Wälder von Pertisau. Spätestens an Loch 2, einem Par-4-Dogleg, wird dem Spieler beziehungsweise der Spielerin bewusst, dass auch auf diesem alpinen Platz viel Präzision verlangt ist, ansonsten der Ball im Baum oder im Wasserhindernis hängenbleibt.

Bei Loch 4 trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Wer die Bäume, die seitlichen Wasserhindernisse und das querende Bächlein schadlos überstanden hat und meint, endlich am Ziel des rund 500 Meter langen Par 5 angekommen zu sein, der muss «nur» noch den Fluss Pertisau überspielen. Die Flussquerung steht auch an Loch 16 an, das mit Par 4,315 Metern Distanz und einem weiteren Dogleg auch Spitzenkönnern alles abverlangt.

Insgesamt stellen die anspruchsvollen 18 Löcher jeden Spieler, jede Spielerin vor spannende Herausforderungen. Gut zu wissen, dass die lokale Golfschule mit zwei PGA-Golfpros für Nachhilfestunden bereitsteht. Und garantiert ist, dass die verkrampften Muskeln am Ende des Tages im Wellnessbereich des Posthotels wieder schön gelockert werden für das nächste Golfabenteuer am Achensee.

TEXT: THOMAS BOROWSKI

 


FACTS&FIGURES

Alpengolf Achenkirch

  •  9-Lochplatz
  •  Driving Range
  •  Par 64 (ab Gelb 1883 m, ab Rot 1667 m)
  •  Course Rating 62,1
  •  Clubrestaurant
  •  Greenfees € 28.– bis € 49.–
    www.golfclub-achenkirch.at


Golfclub Achensee

  •  18-Lochplatz
  •  Driving Range
  •  Par 71 (ab Weiss 5980 m, ab Rot 4864 m)
  •  Course Rating 71,2/72,5
  •  Proshop
  •  Clubrestaurant
  •  Greenfees € 55.– bis € 85.–
    www.golfclub-achensee.at




MALERISCH Das Posthotel in Achenkirch, ein romantisch verschachteltes Gebäude.

REINIGEND Eine Yogalektion bringt Geist, Seele und Körper wieder ins Gleichgewicht.

DAS AUGE GOTTES Der hauseigene Golfplatz des Posthotels wird von einer kleinen Kirche bewacht.

GROSSARTIG Die Haubenküche wird in acht Restaurants und Stuben serviert.

TROCKEN BLEIBEN! Die zahlreichen Wasserhindernisse sind immer wieder besondere Herausforderungen.

COMPETITION Im GC Achensee gibts auch regelmässig Turnierbetrieb.

READY Die Carts im GC Achensee sind beladen und startbereit.