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Richie Ramsay

Richie Ramsay: Schottisches Schaulaufen in Crans

Die vielen «Experten», die vor der Schlussrunde des Omega European Masters auf Paul Lawrie als heissesten Anwärter auf den Turniersieg in Crans-Montana getippt hatten, lagen falsch. Zwar begann der Ryder-Cupper die Finalrunde mit einem Eagle, aber dann schien der 43-jährige Schotte etwas den Faden zu verlieren und kam schliesslich mit einer eher unauffälligen 70 ins Clubhaus. Das reichte in der Endabrechnung noch für den geteilten 6. Platz.

 

Wesentlich mehr Drive entwickelte da Lawries Landsmann Richie Ramsay: Der 29-Jährige aus Aberdeen spielte bei strahlendem Sonnenschein schon auf den ersten Neun fünf Birdies und hatte beim Turn drei Schläge Vorsprung auf den Engländer Danny Willett und deren fünf auf Lawrie. Auf den Back Nine kam Ramsay nur an der 13 kurz ins Bogey-Stolpern, konterte aber schon am nächsten Loch mit einem Eagle.

 

Damit wurden die  letzten vier Löcher für den Schotten zum wohltemperierten Schaulaufen: Par, Par, Bogey, Par – insgesamt 267 Strokes (–16). Mit vier Schlägen Rückstand teilten sich Marcus Fraser (ENG), Romain Wattel (FRA), Danny Willett (ENG) und Fredrik Andersson Hed (SWE) den zweiten Platz.

 

Richie Ramsay ist seit fünf Jahren Profi, als Amateur war er eine ganz grosse Nummer: 2006 gewann er als erst zweiter Europäer nach Edoardo Molinari (ITA, 2005) die US-Amateurmeisterschaft und erhielt dadurch Einladungen ans Masters, die US und die British Open. Am Ende jener Saison belegte er in der Weltrangliste der Amateure Platz eins und wechselte denn auch im folgenden Jahr zu den Profis. Ramsay qualifizierte sich mit guten Resultaten auf der Challenge für die European Tour und bestritt 2008 seine erste volle Saison auf dem europäischen Toplevel. Der Sieg in Crans-Montana war nach dem South African Open 2010 Ramsays zweiter Triumph auf der Tour.

 

Nicht nur wegen des Preisgelds von 350000 Euro wurde Ramsays Sieg auch am Hauptsitz der Firma 4Sports & Entertainment in Baar ZG gross gefeiert – der Schotte ist schliesslich einer der Klienten der Agentur des Schweizers Dominik Senn. Ramsays Erfolg am Omega European Masters war für 4Sports & Entertainment so etwas wie das Sahnehäubchen auf der Ryder-Cup-Torte. Drei der zwölf europäischen Spieler werden nämlich von Senns Agentur betreut: Justin Rose (ENG), Peter Hanson (SWE) und Paul Lawrie (SCO).

 

Beim Amateur Benjamin Rusch, dem einzigen Schweizer, der es in die zwei Finalrunden geschafft hatte, schien die Luft etwas draussen zu sein: Nach Runden von 75, 67 und 72 Schlägen verabschiedete sich der Thurgauer mit einer 76 aus dem Wallis (geteilter 77. Platz). Bereits am Freitag die Heimfahrt angetreten hatten Martin Rominger, Ken Benz und der Amateur Edouard Amacher (alle total +4), Roger Furrer (+5), Damian Ulrich (+13) und Amateur Joël Girrbach (+16).

 

 


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