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AUGENWEIDE Der Classic Club offenbart Naturschönheiten, in Grün, Beige und Blau.

Tee-time im «luxuriösesten Sandhaufen der Welt»

Palm Springs liegt zwar mitten in der südkalifornischen Wüste, die Oase gilt aber als eine der schönsten und besten Golfdestinationen der USA. Und tatsächlich fand G&C im «luxuriösesten Sandhaufen der Welt» – so die Zeitung «Los Angeles Times» über die Ferienidylle der amerikanischen High Society – eine Fülle an Spitzencourses…

Das rund 70 Kilometer lange und 25 Kilometer breite Coachella ­Valley mit seinem Hauptort Palm Springs hat eine der höchsten Golfplatzdichten der Welt. Rund 125 Courses können hier bespielt werden, in etwa der Hälfte der Clubs sind auch Greenfeegäste willkommen. Dank Direktflug von Zürich nach Los Angeles mit SWISS ist Palm Springs einfach zu erreichen, die Fahrzeit ab internationalem Flughafen LAX beträgt etwa zwei Stunden. Insgesamt befinden sich zehn Gemeinden in diesem Wüstenabschnitt, der umgeben ist von bis zu 3500 Meter hohen Gebirgszügen. Neben Palm Springs zählen La Quinta, Indian Wells und Rancho Mirage zu den bekanntesten Hotspots.

Jedes Jahr zieht es Zehntausende «Snowbirds» in diese Gegend. «Schneevögel», so nennen die Amerikaner scherzhaft die Senioren, die ihre Winter im Süden verbringen. Tatsächlich sind die Monate Oktober bis Ende März die beste Reisezeit für diese Gegend, denn dann herrschen meistens ideale «Golf-Temperaturen», und Regen gibt es selten. Im Sommer hingegen steigt das Thermometer regelmässig auf mehr als 40 Grad Celsius an, und selbst Temperaturen von über 50 Grad sind keine Seltenheit. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann zu dieser Jahreszeit von günstigen Greenfees weit unter Hochsaison-Niveau profitieren, zudem ist auf den meisten Plätzen in der Regel nicht viel Betrieb.

EIN SEELISCHES AUF UND AB
Das bekannteste Haus der Region ist das La Quinta Resort & Club, ein Waldorf-Astoria-Resort, das nicht nur luxuriöse Zimmer und Suiten sowie gehobene Gastronomie bietet, sondern für Golfende auch fünf 18-Lochplätze bereithält. Nur wenige Autominuten vom Hotel entfernt befinden sich zwei Parcours, die von Pete Dye angelegt worden sind. Der «Mountain Course», regelmässig zu einem der besten 100 öffentlichen Plätze der USA gewählt, begeistert vor allem durch seine direkt an den Bergen gelegenen Spielbahnen. «Signature Hole» ist die 16, ein bergab führendes Par 3, dessen Grün von Bunkern, Felsen und Wüstenlandschaft umgeben ist. Der «Dunes Course» ist etwas weniger spektakulär und einfacher zu spielen.

Zum Resort gehören auch drei der Öffentlichkeit zugänglichen Kurse des legendären Clubs PGA West. Der berühmt-berüchtigte «Stadium Course» von Pete Dye zählt sowohl zu den schwierigsten als auch zu den besten Publikumsanlagen der USA. Blinde Schläge, zahlreiche Wasserhindernisse und Bunker sowie ondulierte Fairways machen diesen Platz zu einer Herausforderung. Berühmt ist vor allem die 17. Spielbahn, ein Par 3 mit einem Inselgrün und dem Namen «Alcatraz». Der «Nicklaus Tournament Course», der sich das Clubhaus mit dem Stadium Course teilt, wird durch an den Seiten abfallende Fairways und einige künstliche Seen charakterisiert. Der «Norman Course», vom «weissen Hai» Greg Norman gestaltet, präsentiert sich mit klassischem Wüstenlayout, das ohne Rough auskommt.

GOLFPLÄTZE FÜR JEDES NIVEAU
Im Desert Willow Golf Resort gibt es nicht nur 440 luxuriös ausgestattete Villen, sondern auch zwei Plätze, die von Michael Hurdzan und Dana Fry gestaltet wurden. Auf dem «Firecliff Course» sorgen mehr als 100 Bunker, grosse Waste-Areas und einige Wasserhindernisse für die spielerischen He­rausforderungen. Der etwas fehlertolerantere «Mountain View Course» hat breitere Fairways und weniger Waste-Areas, auf unpräzise Schläge warten jedoch 98 Bunker… Übrigens: Wer sein Golfspiel verbessern möchte, ist bei Paul Bucy in der Desert Willow Golf Academy in besten Händen. Teil des Hyatt Regency Indian Wells Resort & Spa ist der Golfclub mit zwei 18-Lochanlagen sowie einem imposanten Clubhaus. Der «Celebrity Course» von Clive Clark war einmal Gastgeber des LG Skins Game, der «Players Course» von John Fought ist länger, hat aber breitere Fairways. Aufgrund von üppiger Vegetation und einigen Wasserhindernissen könnten Gäste hier fast vergessen, dass sie sich in der Wüste befinden…

The Westin Mission Hills Resort & Spa hält 512 Gästezimmer und Suiten bereit, von denen einige über Ausblicke auf den direkt neben dem Hotel gelegenen «Pete Dye Course» verfügen. Der Par-70-Parcours wird durch Wasserhindernisse, erhöhte Abschläge und Potbunker charakterisiert, er ist für ein Pete-Dye-Layout jedoch ausgesprochen fair und spielbar. Eine kurze Fahrt vom Hotel entfernt liegt der «Gary Player Signature Course», der «schwarze Ritter» integrierte Bäume, Seen und Wasserläufe in sein Par 72-Design. Weitere empfehlenswerte Resorts sind unter anderen Marriott’s Shadow Ridge (Platz-Design von Sir Nick Faldo) und Omni Rancho Las Palmas Resort & Spa (mit einer 27-Loch-Anlage von Ted Robinson). Für kleinere Budgets empfiehlt es sich, eines der zahllosen klassischen amerikanischen Motels als Unterkunft zu wählen. Beinahe alle grossen Ketten sind vertreten, die Zimmer sind in der Regel weniger luxuriös als die der Resorts, dafür meist auch günstiger.

VON HITPLÄTZEN BIS SHOPPING
Zwei weitere öffentlich zugängliche Courses waren noch vor wenigen Jahren Gastgeber der PGA Tour, und beide hat Golflegende Arnold Palmer gestaltet. SilverRock in La Quinta am Fuss der imposanten Santa Rosa Mountains gelegen, sollte man unbedingt gespielt haben. Der «King» gestaltete abwechslungsreiche und herausfordernde Spielbahnen, in das Design wurden riesige Naturbunker und mehrere Wasser­hindernisse integriert. Der Club war von 2008 bis 2011 Austragungsort des Bobe Hope Classic, zudem wurde er vor wenigen Jahren behutsam renoviert und weiter verbessert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Plätzen der Region finden sich auf dem Areal kaum Häuser, wodurch die malerischen Ausblicke erhalten bleiben.

The Classic Club, aufgrund der Nähe zur Autobahn leicht erreichbar, ­hatte von 2006 bis 2008 die PGA Tour zu Gast. Der Parcours begeistert mit seiner einzigartigen Optik, mit der er sich von den meisten anderen Courses der Region unterscheidet. Palmer gestal­tete auf dem ursprünglich flachen Grundstück breite und rollende Fairways, riesige Wasserflächen sowie insgesamt 14 Brücken und liess tausende Pinien pflanzen. Der Kurs ist auch für seinen makellosen Zustand bekannt.

TIPPS FÜRS PRALLE LEBEN
So üppig wie die Auswahl an erstklassigen Golfplätzen sind in der Region Palm Springs auch das Gastro-, das Freizeit- und das Shoppingangebot. Ein paar Geheimadressen:
Gastro: Im «Arnold Palmer’s Restaurant» in La Quinta gibts zum einen klassisch amerikanische Küche und eine günstige Happy-Hour, zum anderen machen zahlreiche Fotos und Memorabilia aus dem Golferleben des «King» das Restaurant zu einem veritablen kleinen Museum.
Freizeit: Ein Ausflug in den rund eine Autostunde entfernten Joshua Tree Nationalpark ist absolut em­pfehlenswert. Das weitläufige Naturschutzgebiet ermöglicht faszinierende Einblicke in die unberührte und bizarre Wüstenlandschaft.
Shopping: Am El Paseo in Palm Desert, auch als «Rodeo Drive der Wüste» bekannt, gibts mehr als 300 Shops, Boutiquen und Restaurants. Schnäppchenjäger kommen in den Cabazon Outlets auf ihre Kosten.

TEXT: Stephan Gürtler

DIE WÜSTE LEBT Auf dem Firecliff Platz des Desert Willow Golf Resorts begeistern unter anderem breite Fairways, gesäumt von vielen Sträucherarten und Kakteen.

FELSMASSIVE Mehrere Fairways im SilverRock Golf verlaufen entlang steiniger Naturkulissen.

ES LÄCHELT DER SEE, ER LADET ZUM SCHLAGE… Auf dem Jack Nicklaus Tournament Course führen die Spielbahnen 9 und 18 auf ein- und dasselbe Grün.

HERAUSFORDERUNG Der Stadium Course von PGA West zählt laut Golf Digest zu den 50 schwierigsten Plätzen Amerikas.