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STIMMT GENAU In Klosters ist man als Gast wirklich willkommen und kommt zusätzlich in den Genuss einer herrlichen Berglandschaft.

GC Klosters – Präzision ist gefragt

«Golf auf höchstem Niveau», so heisst der Slogan, den sich der Golfclub Klosters gegeben hat. G&C hat diese Behauptung getestet, und das schönste Loch hat diesen Anspruch voll erfüllt.

Clubpräsident Andreas Maissen hat alles daran gesetzt, dass G&C einen wirklich guten Eindruck von «seinem» Golfclub erhält. In unserem Flight war ausser ihm, Clubmitglied Daniela Aebi und Pro Stephen Woods auch noch Clubkommunikationschef Walter Senn mit von der Partie. Und rasch wurde dann auch klar, dass sich der Slogan «Golf auf höchstem Niveau» nicht etwa auf die Lage des Platzes (knapp 1300 m ü. M.), sondern auf die Qualität der angebotenen Dienstleistungen bezieht.

Anders als die anderen
Wer in den Bergen einen Golfplatz bauen und Mitglieder und Gäste bei der Stange halten will, der muss sich etwas einfallen lassen. Das hat Klosters getan und wird es sicher auch in Zukunft weiter tun. Bevor G&C ins Bündnerland reiste, wurden wir vorgewarnt. «Geissenplatz» war noch einer der nettesten Ausdrücke, die uns mit auf den Weg gegeben wurden. Maissen: «Einen flachen Platz können wir nicht bieten, also bieten wir einen Topservice,
Freundlichkeit und Gastlichkeit.»

Zum Topservice gehört zum Beispiel, dass der Cart im Greenfeepreis inbegriffen ist und mit Mineralwasser – mit oder ohne Kohlensäure, je nach Wunsch – entstückt ist. Eine Kleinigkeit, die aber sehr geschätzt wird. «Auch legen wir grössten Wert darauf, dass unser Platz in einem Topzustand ist», fährt Maissen fort. Und auch hier übertreibt er nicht. Bei unserem Besuch jedenfalls war die Anlage hervorragend präpariert. Und der uns begleitende Pro trug einen so berühmten Golfernamen, dass eigentlich «Golf auf höchstem Niveau» hätte möglich sein müssen.

Ja, ja, das Wasser…
Unser Flight spielte dann allerdings nicht ganz auf höchstem Niveau. Aber eigentlich immer noch recht gut, wäre da nicht auch ein bisschen Glück und ein bisschen Pech im Spiel gewesen. Genau so, wie es auf jeder Golfrunde nun mal vorkommt.

Auf der 6, dem schwierigsten Loch des Platzes und einzigen Par 5, begann es schon mit den Drives, die gemäss Pro Stephen Woods hier von grosser Bedeutung sind. Er selber platzierte seinen Ball beinahe optimal, leider etwas gar nahe am, um nicht zu sagen, im Wasser ... Aber seine Kugel war immerhin noch  spielbar.

Der Präsident landete direkt neben dem Fairwaybunker, von dem man auf den ersten Blick glauben könnte, er käme gar nicht ins Spiel. Der Chronist verzog seinen Abschlag links ins Rough, das zu dieser Jahreszeit glücklicherweise geschnitten war.

Einziger wirklicher Pechvogel war Daniela Aebi: Ihr Drive landete rechts im ziemlich steilen Hang, und sie hatte dann eine entsprechend schwierige Lage und schlug den Zweiten ins Wasserhindernis. Rechts lauern Schwierigkeiten

Woods erklärte schon vor dem Start (vgl. Seiten 58 und 59), dass neben den sichtbaren Hindernissen auf der linken Seite auch auf der rechten Seite des Fairways einige Schwierigkeiten versteckt sind.

Da ist zuerst einmal die Hanglage, die den Schlag extrem schwierig macht und verhindert, dass selbst gute Spieler noch mit einem Fade um den Waldrand herum das Green angreifen könnten. Das musste zum Beispiel auch Präsident Maissen in Kauf nehmen, lag er doch nach dem zweiten Schlag am Fuss des Hügels, sehr weit rechts im Rough, sodass er einfach mal versuchen musste, den Ball irgendwie in Richtung Green zu spielen.

Woods konnte seine an sich gute Ausgangslage nicht voll ausnutzen und blieb mit dem zweiten Schlag (Eisen 7) etwas zu kurz. Nicht besser erging es dem Schreibenden mit dem gleichen Eisen, der zudem gleich darauf mit der 52°-Wedge auch noch einen «Hacker» produzierte und mit drei Schlägen immer noch nicht auf dem Green war.

Am schlimmsten traf es Daniela Aebi. Nach dem Droppen beim Wasserhindernis spielte sie ihren vierten Schlag in den Hang rechts vom Green, puttete von dort übers abfallende Green hinaus, chippte wieder zurück und notierte sich mit einem weiteren Putt ein enttäuschend hohes Score.

Andreas Maissen machte aus seiner schlechten Lage noch das Beste, blieb aber mit seinem Eisen 7 ebenfalls zu kurz und zudem weiterhin im leichten Rough. Dann aber reichten ein Chip und ein Putt – Maissen spielt rechts und puttet links – zum Bogey.

Nach dem «Hacker» konnte der Chronist den Ball mit demselben Schläger so nahe beim Loch platzieren, dass er dank einem sauberen Putt das Par retten konnte. Auch dem Pro gelang es, den Ball mit dem vierten Schlag so nahe an die Fahne zu spielen, dass es noch zum Par reichte.

Start und Re-Start
«Wir mussten etwas tun, um den Sommertourismus aktivieren zu können», sagt Maissen, als wir über die Gründe reden, die zum Bau der 9-Lochanlage führten. Trotzdem brauchte es zwei Anläufe. Bereits 1978 taten sich ein paar Einheimische zusammen, doch dieses «Initiativkomitee Golf» stoppte seine Aktivitäten 1991.

Zwanzig Jahre nach dem ersten Start erfolgte dann der zweite Anlauf. Und diesmal sollte er zum Ziel führen. Der gegründete Golfförderverein zählte am Ende über 600 begeisterte Mitglieder. «Dank unseren Aktivitäten konnten wir viele Gäste davon abhalten, ihre Ferienwohnung in Klosters zu verkaufen. Sie sind dank dem Golfplatz geblieben. Dazu kamen neue Sommergäste: Besucher, die uns vorher nur als Wintersportort kannten, kommen jetzt auch im Sommer», sagt Maissen.

Und mit einem gewissen Stolz fügt er an, dass heute die Mehrheit der  Clubmitglieder Einheimische sind. «Wir haben sogar Members, die sich seinerzeit öffentlich gegen den Golfplatz positioniert hatten, heute aber zu den ganz Aktiven im Club gehören.» Maissen ist auch stolz darauf, dass der Club ohne öffentliche Gelder entstanden ist. Alle Mitglieder sind Aktionäre, aber auch als Nichtmitglied kann man Aktien erwerben.

Spatenstich im Schnee
Wie überall, wo ein Golfplatz gebaut werden soll, galt es auch in Klosters, viele grössere und kleinere «Hindernisse» aus dem Weg zu räumen. Doch bereits fünfeinhalb Jahre nach dem eigentlichen Start fand im Selfrangatal der Spatenstich statt. Der über Nacht gefallene Schnee machte es dem Präsidenten allerdings nicht leicht, mit einem 40-Tonnen-Bagger eine Schaufel Erde zu verschieben.

In der Bauphase wurden intensiv Umweltfachleute beigezogen, was viele positive Reaktionen und eine intakte «Alplandschaft » brachte. Deshalb wird das Golfgelände auch von vielen Wanderern benutzt. Das hat auch schon zu heiklen Situationen geführt, Unfälle gab es aber noch keine.

Praktisch mitten im Platz steht die nun auch im Sommer geöffnete Skihütte. Auf ihrer Terrasse geniesst man eine fantastischeAussicht über den Golfplatz und in die umliegenden Berge. Typisch Klosterser Service: Zur Skihütte wird man mit einem Shuttle transportiert.

 

Infos
www.golf-klosters.ch
 

 

Karte (klicken)

 

Autor: Hannes Huggel

STARTKLAR Der G&C-Flight hatte vor und nach dem schönsten Loch von Klosters gute Laune. V.r. Pro Stephen Woods, Präsident Andreas Maissen, Daniela Aebi und G&C-Redaktor Hannes Huggel.

NACHHAKEN Nach einer nicht ganz gelungenen Annäherung musste Stephen Woods noch aufs Green chippen.

OH JE! Ungewollte Landezone für Daniela Aebis zweiten Schlag.

RISIKO Präsident Maissen riskierte mit dem zweiten Schlag etwas gar viel.

SERVICE 1 Ein Shuttle bringt die Golfer nach der Runde in die «Skihütte».

SERVICE 2 Mit oder ohne (Kohlensäure) lautet in Klosters die Frage.

UNBEEINDRUCKT spielte Woods den im Hindernis gelandeten Ball trockenen