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GOLFGESCHICHTEN An der Gala zum World Final 2017 plauderte Hans-Peter Porsche auch aus dem Bag…

Hans-Peter Porsche: «Ich möchte mein Handicap nochmals auf 12 senken»

Golf macht bei Hans-Peter Porsche manches wieder gut – und ihn glücklich. Heute, mit 77 Jahren, spielt das Familienmitglied der österreichischen Autodynastie so gern wie beim ersten Mal vor bald 50 Jahren. Und er liest auf seinem traumhaften Golfplatz Alcanada persönlich den Abfall auf.

Hans-Peter Porsche trägt einen berühmten Namen. Als Sohn des weltbekannten Autobauers Ferdinand «Ferry» Porsche war er lange Jahre Vorstandsmitglied der Sportwagenmarke Porsche. Noch während seiner aktiven Berufskarriere investierte er in den Bau des eigenen 18-Loch-Golfplatzes auf der Insel Mallorca, «eine Herzensangelegenheit», wie er sagt. Anlässlich des Porsche Golf Cup World Finals 2017 verrät der sportliche Senior (77) im Gespräch mit Golf&Country wie er zum Golfsport kam, welchen Stellenwert die Sportart heute für ihn hat, warum er sich auf seinem eigenen Golfplatz Alcanada nicht nur nach Bällen bückt und welchen Traum er sich im Golf noch erfüllen möchte.

Hans-Peter Porsche, was bedeutet Ihnen Golf?
Hans-Peter Porsche: «Golf ist in meinen Augen der beste Sport der Welt. Und klar, auch für mich ist er heute die Sportart Nummer eins. Früher bin ich gesegelt und habe Tennis gespielt, bis ein Freund mich dazu ermunterte, den Golfsport auszuprobieren. Also habe ich mit bereits 29 Jahren erstmals einen Golfschläger in den Händen gehalten und versucht, diesen kleinen weissen Ball zu treffen: Mein erster Schlag – der Ball lag immer noch am selben Ort. Mein zweiter Schlag – und oh Wunder! – der Ball hatte sich immer noch nicht bewegt. Damals hat mich, als doppelter Skorpion im Sternzeichen, der Ehrgeiz gepackt. Ich wollte das Spiel beherrschen.»

Wie haben Sie das Golfspiel gelernt?
«Ich habe mir als Einstieg für daheim eine Golf-Puttingmatte gekauft und darauf regelmässig trainiert. Weil schon bald nach meinen ersten Golferfahrungen der Winter begann, spielte ich während der folgenden Monate indoor mindestens 8000 Bälle. Schon bald lochte ich auf zwei Meter Distanz von 100 geputteten Bällen deren 94 ein... Und das jeden Tag.»

Machte sich Ihr hartes Wintertraining dann auch bezahlt?
«Und wie, denn nach einem Jahr Golf hatte ich bereits Handicap 13, das ich in späteren Jahren auf mein allzeit bestes Handicap von 4 runterspielen konnte. Momentan stehe ich bei einem Handicap von 14,9. Ausserdem habe ich den Greenkeeper-Kurs absolviert.»

Sie sind Besitzer des einmaligen Club de Golf Alcanada, der heute als schönster von Mallorca gilt. Welche Geschichte steckt dahinter?
«Als ich noch jünger war, besass ich ein Apartment in Naples, USA, wo ich das ganze Jahr über die perfekten Konditionen fürs Golfspiel vorfand. Irgendwann riet mir ein Freund, ich solle mir doch etwas auf Mallorca suchen, das näher zu meiner Heimat Salzburg liege. Diesem Rat bin ich in den 1990er-Jahren gefolgt. Eigentlich wollte ich mir auf Mallorca ein Haus bauen und engagierte dazu einen Schweizer Projektmanager. Der fand mir ein Grundstück im Nordosten der Insel, nahe der Bucht von Alcúdia, das sich mit seinen 110 Hektaren perfekt für einen neuen Golfplatz eignete, also gingen wir das Projekt an. Es dauerte zehn lange Jahre für das Bewilligungs-, Planungs- und Bauverfahren, bis die 18 Loch von Alcanada in ihrer heutigen Form bereitstanden und wir den Platz 2003 offiziell eröffnen konnten.»

Was sind die Besonderheiten Ihres Club de Golf Alcanada?
«Der von Robert Trent Jones Junior gebaute Platz bietet auf 16 seiner 18 Bahnen teils spektakuläre Meersicht. Mein Platz soll seinen Spielern aber auch die wunderschöne Natur der Region näherbringen. Zu diesem Zweck habe ich über die Pflanzen- und Vogelwelt von Alcanada schon zwei Bücher fertigen lassen. Für mich ist Alcanada nicht nur mein Golf- und Feriensitz, sondern auch ein Naturpark. Und weil dem so ist, habe ich an meinem persönlichen Golfcart immer einen Abfallsack angebracht, denn auf meinen Golfrunden sammle ich jeden Abfall auf, den ich finde.»

Sie scheinen «golfmässig» wunschlos glücklich – oder täuscht der Eindruck?
«Ja, in den bald 50 Jahren, in denen ich Golf spiele, habe ich tatsächlich schon sehr viel schöne Momente gehabt. Man erlebt auf dem Golfplatz ja immer wieder Neues, kein Spiel gleicht dem anderen. Und wenn mal ein Spiel nicht so zufriedenstellend ist, dann gehts am nächsten Tag zum Glück wieder bei Null los. Aber unter uns – einen Golf-Traum habe ich noch: Irgendwann möchte ich mein Handicap nochmals auf 12 senken.»

interview: thomas borowski; Foto: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

 

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