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DIE SCHÖNE UND DAS BIEST Crosswater vereint landschaftliche Schönheit mit sportlicher Herausforderung.

Amerikas Antwort auf ­Schottland und Irland – Oregon Teil 2

G&C-Chefredaktor Stephan Gürtler folgte den Entdeckern Lewis und Clark in den US-Bundesstaat Oregon. Dort fand er neben atemberaubenden Landschaften auch sensationelle Golfplätze. Teil 2 des ausführlichen Reiseberichts:

Hier geht es zum ersten Teil der Oregon-Reisegeschichte von G&C-Chefredaktor Stephan Gürtler.

«High Desert» mit Bergpanorama

Rund fünf Stunden dauert die landschaftlich imposante Autofahrt von Bandon nach Bend (nicht mit North Bend an der Küste zu verwechseln), welches im Zentrum des Staates auf einer über 1000 Meter hohen Hochebene gelegen ist. Die Kleinstadt mit rund 90 000 Einwohnern ist für das belebte Stadtzentrum sowie einige beliebte Mikrobrauereien bekannt. Einwohner und Touristen erfreuen sich das ganze Jahr über an den ­umfangreichen Outdoor-Sport-Möglichkeiten, die von Wandern über Mountainbiken, Fischen und Wassersport im Deschutes River und den zahlreichen Seen im Sommer bis hin zu Snowboarden und Skifahren am nahegelegenen und von überall aus sichtbaren Mount Bachelor reichen.

Central Oregon hat sich in den letzten Jahren zu einer Golfdestination ersten Ranges entwickelt, die über mehr als zwei Dutzend abwechslungsreiche Golfplätze verfügt. Drei der Kurse sind in der Liste der «Top 100 US Public Golf Courses» unserer Partnerpublikation «Golf Digest» zu finden.

Das grösste Resort in Central Oregon
Wir haben uns als ersten Stopp für das Sunriver Resort entschieden, rund 15 Minuten südlich von Bend gelegen. Im Gegensatz zu Bandon Dunes wurde das Angebot von Sunriver für die ganze Familie konzipiert, so werden unter anderem zahllose Aktivitäten für alle ­Altersklassen angeboten, es gibt mehrere Swimming Pools und ein Spa. Golf-Aushängeschild ist Crosswater, ein Privatclub, der auch von Resortgästen gespielt werden kann. In das flache, aber anspruchsvolle Design von Bob Cupp, welches sich den ganzen Sommer über in Topzustand präsentiert, wurden Sumpflandschaften sowie der Deschutes River und der Little Deschutes River integriert – je nach Wahl der Abschläge müssen diese bis zu siebenmal überspielt werden. Von den Championship Tees ist der Kurs über 7000 Meter lang – daher verwundert es nicht, dass mit dem «Jeld-Wen Tradition» bereits ein Major der Senioren zu Gast war.

Zu unseren Lieblingslöchern zählen Nummer 9, ein Par 4, welches entlang des Flusses führt, und Nummer 12, ein Par 5 mit dem passenden Namen «Endless». Dies wird um einen See gespielt, von den hintersten Abschlägen ist es über 600 Meter lang. Im Zuge unseres Besuchs spielen wir auch noch die anderen beiden 18-Loch-Kurse, auf denen wir von Head Pro Chris Point begleitet werden. «Meadows» liegt direkt bei der Lodge, das klassische Layout ist flach und für Resortgäste spielbar. «Woodlands» wurde von Robert Trent Jones II konzipiert. Durch die engeren und von Bäumen begrenzten Spielbahnen ist er etwas anspruchsvoller und verlangt nach präzisen Abschlägen.

Die Qual der Wahl
Wer ein grosses Urlaubsbudget hat, dem würden wir auch einen Aufenthalt in Pronghorn ans Herz legen. Das Resort befindet sich zwar ausserhalb von Bend, ist jedoch das Nonplusultra der Region in puncto Luxus.
Der «Jack Nicklaus Signature Course» wurde bereits unter die 50 besten öffentlich zugänglichen Anlagen gewählt und er gehört sicher zu den am besten gepflegten Plätzen, die wir jemals spielen durften. Der «Goldene Bär» konzipierte ein abwechslungsreiches Layout, welches sich auf natürliche Art und Weise in die karge und wüstenartige Landschaft einfügt. Eine Augenweide ist besonders die 13: ein kurzes Par 4, welches links um einen Teich gespielt wird, hinter dem Grün befinden sich ein hufeisenförmiger Bunker sowie eine imposante Felswand. Als besonderer Service stehen Forecaddies zur Verfügung, deren Engagement in den Monaten Mai und Oktober verpflichtend ist. Ein Forecaddie pro Flight begleitet Spieler, berät diese in puncto Strategie und Schlägerwahl und kümmert sich beispielsweise um das Rechen von Bunkern und das Ausbessern von Pitchmarken.

Golf spielen auf einer Ranch
Schon bei der Anfahrt zu Brasada Ranch, rund 30 Autominuten von Bend entfernt, fühlt man sich beinahe wie im «Wilden Westen». Teil des Resorts mit der namensgebenden Ranch ist ein empfehlenswerter 18-Loch-Kurs, der exklusiv nur Resortgästen offen steht. Das Layout wird vom imposanten Bergpanorama am Horizont, zahlreichen Abschlägen, die stark bergab gespielt werden, sowie pfeilschnellen und fast «unlesbaren» Grüns charakterisiert. Teil des Golferlebnisses ist die Abgeschiedenheit aller Holes, durch die man sein Spiel richtig geniessen kann. Aufgrund der Distanzen zwischen den einzelnen Löchern eignet sich der Parcours jedoch nicht, um ihn zu Fuss zu bewältigen. Gäste können im Resort übernachten, zur Auswahl stehen «Ranch House Suites» sowie die «Sage Canyon Cabins».

Links-Style-Golf mit Blick auf das imposante Bergpanorama
Die letzte Runde unserer Reise spielen wir im Resort Tetherow mit Star­designer David McLay Kidd, der den Platz geplant hat und auch dort wohnt. «Welche Tees sollen wir spielen: schwierig, schwieriger oder unmöglich?», scherzt der Schotte bereits am ersten Loch.

Dieses Layout bildet einen starken Kontrast zu allen anderen Clubs der Region – das Linksstyle-Design wird von Fescue-Gras (das meist nur auf Linkskursen zu finden ist) charakterisiert, welches bräunlich ist und für einen weiten Roll aller Schläge führt. Eine Runde durch die Mondlandschaft stellt ein untypisches Erlebnis dar, ist jedoch nur für bessere Spieler empfehlenswert – Golfende mit höheren Handicaps haben vermutlich woanders mehr Spass und Erfolgserlebnisse.
Für die Rückfahrt nach Portland entscheiden wir uns für die Route über die Highways 97 und 26, von der aus wir zum Abschied noch die eindrückliche Aussicht auf den Mount Hood geniessen können.

OREGON, DER «BEAVER STATE» IM NORDWESTEN DER USA

Der Bundesstaat steht vor allem für Abwechslung – die landschaftlich malerische Szenerie reicht dabei von Stränden und Klippen über Berge bis hin zu einem wüstenartigen Hochplateau.

Oregon befindet sich an der US-Pazifikküste zwischen Kalifornien (im Süden) und Washington (im Norden). Der «Biber-Staat» hat als Endziel der legendären Expedition von Lewis und Clark Bekanntheit erlangt, heute ist der Staat als Firmensitz von Nike weltberühmt. Der Bundesstaat ist mit einer Fläche von 255 000 Quadratkilometern der neuntgrösste der USA und in etwa sechs Mal so gross wie die Schweiz, jedoch leben dort nur rund vier Millionen Einwohner – die meisten davon im Willamette Valley im Nordwesten. Dort liegen auch die grossen Städte Portland und Eugene sowie die Hauptstadt Salem.

Der westliche und nördliche Teil des Staates zählen zu den fruchtbarsten und landwirtschaftlich ertragsreichsten Regionen der Erde. Die zwei Gebirgsketten Oregon Coast Range (im ­Westen) und die Cascade Mountain Range (im Osten) verlaufen in Nord-Süd Richtung, der höchste Punkt ist der Mount Hood mit einer Höhe von 3425 Metern. Knapp hinter der Grenze befindet sich in Washington der aktive Vulkan Mount St. Helens, der 1980 ausbrach und dabei für schwere Verwüstungen sorgte.

Zu den beliebtesten Touristenattrak­tionen zählen neben Portland unter anderem der Mount Hood, die malerische Küste, der Crater Lake National Park sowie die Columbia River Gorge. In Oregon werden auch verschiedene Weine angebaut, daher empfiehlt sich der Besuch einer der zahlreichen Weingüter, wo die erlesenen Tropfen verkostet und auch gekauft werden können. Dazu kommt eine Vielzahl an Mikrobrauereien, wo es neben dem dort gebrauten Bier meist auch gutes und landestypisches Essen gibt.

Besonders Touristen freut es, dass es keine Mehrwertsteuer gibt und Shopping daher noch mehr Spass macht. In und um Portland gibt es einige grosse Einkaufszentren. Schnäppchenjäger kommen besonders in den Woodburn Premium Outlets (direkt an der Interstate 5 gelegen und von Portland aus schnell erreichbar) voll auf ihre Kosten. Noch ein wichtiger Hinweis für Reisende: Es ist per Gesetz verboten, sein Fahrzeug selbst zu betanken. An den Tankstellen gibt es dafür eigene Mitarbeiter, welche diese Tätigkeit verrichten.


FACTS & FIGURES

Bandon Dunes Resort
Bandon
www.bandondunesgolf.com

Bandon Dunes
Par 72 (6156/5,688/4,638 Meter)
Greenfee $100 bis $325

Bandon Preserve
13 Loch Par 3
Greenfee $50 bis $100
Bandon Trails
Par 71 (6,180/5,712/4,663 Meter)
Greenfee $100 bis $325

Pacific Dunes
Par 71 (6,065/5,616/4,652 Meter)
Greenfee $100 bis $325

Old Macdonald
Par 71 (6,350/5,779/4,558 Meter)
Greenfee $100 bis $325
Brasada Ranch
Powell Butte
www.brasada.com

Par 72 (6,671/5,502/4,318 Meter)
Greenfee $175
(nur für Resortgäste)

Pronghorn Club
Bend
www.pronghornresort.com

Jack Nicklaus Signature Course
Par 72 (6,747/5,486/4,806 Meter)
Greenfee $60 bis $170

Pumpkin Ridge
(Ghost Creek)
North Plains
www.pumpkinridge.com

Par 71 (6,254/5,414/4,674 Meter)
Greenfee $100 bis $150

Sunriver Resort
Sunriver
www.destinationhotels.com/sunriver-resort

Caldera Links
9 Loch Par 3
Greenfee $39
(nur für Resortgäste)

Crosswater
Par 72 (7,025/5,613/4,767 Meter)
Greenfee $80 bis $200
(nur für Resortgäste)
www.crosswater.com

Meadows
Par 71 (6,412/5,507/4,834 Meter)
Greenfee $50 bis $120

Woodlands
Par 72 (6,352/5,496/4,876 Meter)
Greenfee $50 bis $120

Tetherow
Bend
www.tetherow.com

Par 72 (6,673/5,588/4,885 Meter)
Greenfee $100 bis $175

TEXT: STEPHAN GÜRTLER
FOTOS: SUNRIVER RESORT, PRONGHORN, BRASADA RANCH, FOTOLIA, SEANPAVONEPHOTO, GRAFIK G&C, TETHEROW

WESTERN STYLE Die Lodge des Sunriver Resorts wurde im landestypischen Stil gestaltet.

RUSTIKAL Im Lobbybereich der Lodge des Sunriver Resorts fühlen sich Gäste sofort wohl.

NATURERLEBNIS Der Woodlands Course in Sunriver wurde perfekt in die Landschaft integiert.

MEISTERWERK Pronghorn mit taktischen Spielbahnen und imposantem Bergpanorama.

SIGNATURE COURSE Pronghorn aus der Feder des «goldenen Bären».

ABGESCHIEDEN Auf Brasada Ranch sieht man kaum andere Golfer.

WILDER WESTEN Der 18-Loch-Kurs von Brasada ist Teil der namensgebenden Ranch.

ROSENSTADT Portland, die grösste Stadt von Oregon, liegt in der Nähe des Mount Hood.

LINKS-STYLE Der ausser­gewöhnliche Kurs Tetherow.

KLASSISCH Das zeitlose Design des Meadows Course in Sunriver.