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Der «neue» Bryson DeChambeau

Der US-Amerikaner dominiert derzeit die PGA Tour – mit seinem gewohnt wissenschaftlichen Approach, einem gestärkten Körper und extrem viel Länge vom Tee. Ist er die kommende Nummer eins?

Die Wettbüros haben kürzlich ihre Quoten für die drei Major-Turniere veröffentlicht, die 2020 trotz Corona-Krise stattfinden sollen – PGA Championship, US Open und Masters. Klarer Favorit der Buchmacher: der US-Amerikaner Bryson DeChambeau.

Kein Wunder. DeChambeau hat seit dem Neustart der PGA-Tour an vier Turnieren ebenso viele Top-Ten-Resultate abgeliefert. Darunter ein überzeugender Sieg bei der Rocket Mortgage Classic in Detroit.

KING KONG
Dabei ist DeChambeau nicht nur mit seinem gewohnt wissenschaftlichen Approach aufgefallen, für den er seit seiner erfolgreichen Amateurkarriere den Spitznamen «The Mad Scientist» (verrückter Wissenschaftler) trägt. Seit vergangenem Herbst hat der 27-Jährige, der als einziger auf der Tour mit einheitlich langen Eisen spielt und seine Schläge und Putts oft minutenlang studiert, seinem extravaganten Stil ein neues Element hinzugefügt: viel mehr Kraft. DeChambeau hat allein während der Corona-Pause 10 Kilogramm an Muskelmasse zugelegt. Mittlerweile bringt er knappe 110 Kilogramm auf die Waage. «Golf Digest», die Nummer 1 unter den Golfmagazinen, stellte fest: «Verrückter Wissenschaftler? Eher King Kong!»

«Mein Ziel ist, so stark wie möglich zu werden. Was das in Gewicht bedeutet, weiss ich nicht. Aber ich achte darauf, dass sich alles proportional entwickelt und einheitlich stärker und schneller wird», sagt DeChambeau über seine Verwandlung. Sicher ist: Sein Effort zeigt Wirkung. Der neue DeChambeau sieht nicht nur ganz anders aus als der alte, er schlägt den Ball auch bedeutend weiter als früher.

So weit wie derzeit kein anderer, der auf einer Tour spielt. Bei seinem Sieg in Detroit erreichte er mit seinen Abschlägen im Durchschnitt beeindruckende 350 Yards (320 Meter). Oft blieben ihm auf langen Par 4- und sogar auf Par 5-Löchern nur kurze Eisen ins Green. Ein Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist – solange man den Ball geradeaus schlägt. Und das tut DeChambeau. Trotz der Wucht, mit der er die Bälle beschleunigt, traf er in Detroit 60 Prozent der Fairways und 78 Prozent der Greens – ein unglaublicher Wert.

BALD DIE NUMMER 1?
Dank seiner jüngsten Erfolge ist DeChambeau bereits auf Platz sieben der Weltrangliste vorgestossen. Der Weg ganz nach oben, wo derzeit Rory McIlroy thront, ist nicht mehr allzu weit. Jedenfalls dann, wenn die Buchmacher richtig liegen und sich DeChambeau bald Major-Sieger nennen darf.

 

Foto: Getty Images




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