---
facebook twitter google plus print

TOUR-GEPRÜFT Titleist ist Nummer-1-Eisenmarke auf der PGA Tour.

«Gefühl ist Selbstvertrauen»

Titleist hat sich auf dem Gebiet des Custom Fittings einen Namen gemacht. Ausserhalb von Lausanne befindet sich das National Fitting Center, wo Golfenden Equipment auf Tourniveau angepasst wird.

Es ist längst bekannt, dass man nur mit passendem Golfequipment – ganz egal, ob man Anfänger oder Tourpro ist – sein Potenzial voll ausschöpfen kann. Tourspieler betreiben einen wahren Kult um die perfekte Abstimmung ihres Materials. In den Tourbussen wird geschraubt, geschliffen, geklebt, Griffe, Schäfte gewechselt, Sohlen geschliffen – alles, um die Spieler für den Platz, den sie gerade spielen, optimal auszurüsten. Titleist ist mittlerweile zur meistgespielten Marke bei Eisen, Hybriden und Wedges auf der PGA Tour avanciert.

Daher weiss man gerade bei Titleist, wie wichtig der passende Schaft oder der optimal eingestellte Loft ist, damit Drives weit fliegen und wenig Spin entwickeln, oder auch, wie sich die Schlägerkopfgeometrie eines Eisens oder der Sohlenschliff eines Wedges auf die gewünschte Schlagqualität auswirken kann. «Es gibt heute keine schlechten Schläger mehr», sagt Titleists Senior-Clubfitter für DACH Laurence Brandon. «Jedoch könnten viele Amateure viel mehr aus ihrem Spiel herausholen, wenn sie mit optimal abgestimmtem Material spielten.»

Die grosse Auswahl an Schaft- und Kopfkombinationen, die heute für Schläger zur Verfügung stehen, macht ein solches individuelles Fitting sinnvoll. Denn der gleiche Schläger verhält sich mit verschiedenen Schäften sehr verschieden. Schaftgewicht, Flex und Flexpunkt(e) führen zu unterschiedlichen Schwungerlebnissen.

Ein guter Fitter sieht anhand der Trackman-Daten sehr schnell, welche Spezifikationen einen Spieler im wörtlichen Sinn weiterbringen. In den Titleist-Fitting Centern sind mit dem SureFit-System über 1200 verschiedene Schaft-/Kopfkombinationen möglich.

Das Titleist-Flaggschiff der Schweiz
«Ich würde auch keinen Marathon mit Bergschuhen laufen», kommentiert Kevin John Ryan die Wichtigkeit von Custom Fitting mit einem Lächeln. Der Kanadier ist Class A Pro der Swiss PGA, TPI-Coach und Leiter des National Titleist Fitting Centers, welches sich im Golf Club Pra Roman knapp ausserhalb von Lausanne befindet. Dort wird ein State-of-the-Art Custom Fitting auf Tourniveau mit der grössten Auswahl an Titleist-Schlägerköpfen und -Schäften der Schweiz angeboten. «Kein Pro würde bei einem Fitting jemals einen klassischen Rangeball schlagen. Daher verwenden wir hier ausschliesslich Pro V1s – für realitätsnahe Ergebnisse.»

Unser Fitting beginnt mit einem Gespräch über unser Golfspiel und unsere Ziele, danach sieht sich Ryan das aktuelle Equipment an. Im Gegensatz zu vielen anderen Fittern verzichtet Ryan auf eine statische Vermessung. «Im Treffmoment ist die Position der Hände sowieso anders als im Setup, daher widmen wir uns gleich dem dynamischen Teil», erklärt er.

Das richtige Gefühl zählt
Zuerst schlagen wir eine Handvoll Bälle mit unseren aktuellen Eisen – die gewonnenen Daten sollen als Vergleichs- beziehungsweise Referenzwert dienen. Dabei wird jeder Schlag vom Trackman erfasst sowie vom Computer gespeichert. Die später folgende Analyse der Daten hilft – auch mit grafischer Darstellung –, die Performance der verschiedenen Clubs zu vergleichen. Fehlschläge werden von Ryan jedoch sofort gelöscht, um nicht ein verzerrtes Bild darzustellen. Danach testen wir verschiedene Kombinationen von Schäften und Köpfen.

«In meinen Augen geht es primär um das richtige Gefühl: Gefühl ist Selbstvertrauen. Ich kommentiere nicht alle Trackman-Daten, da ich niemanden mit meinem Wissen beeindrucken muss», erklärt Ryan seine Philosophie. Die Spieler sollen nicht wahllos einen Ball nach dem anderen schlagen, daher wirft uns Ryan immer einen Ball nach dem anderen hin. Fallweise hält er uns sogar vom nächsten Schlag ab, um uns nicht in einen Rhythmus kommen zu lassen. «Am meisten zählt für mich der Wow-Faktor! An der Reaktion der Spieler kann ich meist erkennen, mit welchem Schläger sie sich sofort wohlfühlen», so Ryan.

Wir verglichen drei Eisenmodelle, wobei uns jenes Eisen zu den konstantesten Schlägen verhalf, welches uns auch optisch und vom Gefühl her am meisten zusagte. In unserem Fall blieben am Schluss noch zwei Schäfte in der engeren Auswahl, zwischen denen wir uns entscheiden mussten. Diese testeten wir vom Gras der Driving Range ohne Trackman, und schon nach wenigen Schlägen war die Wahl gefallen. «Mir war von Anfang an klar, welcher Schaft der richtige ist – in diesem Fall der, welcher mehr Spin erzeugt», meinte Ryan lächelnd.

Wedges = Scoring Clubs
Das Wedgefitting findet rund um das Übungsgrün statt, wo wir pitchen, chippen und Bälle aus dem Bunker schlagen. «Wedgefitting wird oft zu wenig Bedeutung geschenkt. Durch die verschiedenen Bounces und Grinds reagieren die Schläger unterschiedlich und daher sollte man unbedingt die Wedges im Bag haben, die zum jeweiligen Spiel passen», analysiert Ryan.

Zum Abschluss machen wir mit den gewählten Wedges noch volle Schwünge auf der Range, um den Ballflug zu sehen und zu spüren, wie die Sohle durch den Boden gleitet.

Das Fitting für Schläger einer Ka­tegorie (beispielsweise Eisen) kostet CHF 150.–, für das komplette Fitting des ganzen Sets muss man CHF 400.– investieren. Die Schläger mit den individuellen Spezifikationen kann man bei einem Golfshop seiner Wahl bestellen. 

Mehr dazu finden Sie hier

TEXT: STEPHAN GÜRTLER



 


HIGHTECH Mit dem Trackman können alle Schläge bis ins kleinste Detail analysiert werden.

BRANDNEU Die TS2- und TS3-Driver feierten beim US Open ihr Tourdebüt.

DIE QUAL DER WAHL Im Titleist Fitting Center steht eine Vielzahl an Schäften zur Auswahl.



Anzeige