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PARADIESISCH Die Seychellen haben für jeden Geschmack – auch für Golfer – die passende Insel parat.

Golfparadies im Indischen Ozean

In unserer aktuellen Ausgabe gibt es ein 25-seitiges Travel Special mit Beiträgen über fünf verschiedene Resorts. Teil des Specials ist ein Beitrag über das Constance Lémuria Resort – hier finden Sie zusätzlich zum Printbeitrag noch die wichtigsten Facts über diese Destination. Die gesamte Ausgabe ist ab sofort am Kiosk erhältlich!

Auf den Seychellen scheint das Schönste vom Schönen zusammenzukommen: idyllische Buchten mit rundlichen, teils skurril geformten Granitfelsen, Bilderbuchstrände mit majestätischen Palmen, Sand so weiss und fein wie Mehl und ein Meer, das türkis- bis aquamarinfarben in der Sonne glitzert. Dahinter ragen dicht bewachsene Hügel in den hellblauen Himmel. Seltene schwarze Papageien flöten ihr Tirili, eine Kokosnussspinne eilt durch das Dickicht und riesige Palmenwedel formen weit oben ein immer­grünes Dschungeldach.

Die 115 Granit- und Koralleninseln der Seychellen sind ein genialer Wurf der Natur in der tiefblauen Endlosigkeit des Indischen Ozeans – 1000 Kilometer nördlich von Madagaskar und fast 1800 Kilometer östlich vom afrikanischen Kontinent.

Natürlich ist der Inselstaat in erster Linie ein Paradies für Sonnenanbeter, Badefreunde und Taucher, doch auch Golfer kommen nicht zu kurz. Besonders im Constance Lémuria Resort auf der Insel Praslin fällt der Zeitvertreib nicht schwer. Dafür sorgt der von Designer Rodney Wright und Senior-Tour-Pro Marc-Antoine Farry entworfene 18-Loch-Championship-Platz. Trotz ­heftiger Konkurrenz auf Mauritius wurde er bereits mehrfach zum schönsten Platz im Indischen Ozean gekürt und von prominenten Golfern wie Fussballtrainer Pep Guardiola gespielt.

NATUR PUR IM DSCHUNGEL
Wie fast überall auf den Seychellen ­dominiert auch auf der zweitgrössten Insel Praslin die Natur. Inmitten von Palmen und urwaldähnlichem Dickicht verlaufen die ersten zwölf Bahnen des insgesamt 5580 Meter langen Par-70-Kurses noch ziemlich flach. Sie sind relativ eng und oft eingerahmt von riesigen Granitbrocken.

«Die Löcher sind zwar nicht lang, aber vor allem wegen der zusätzlichen Wasserhindernisse nicht einfach zu spielen», beschreibt Gary Pouponneau, Golfmanager des Constance Lémuria Resorts. Trotz der wilden Vegetation ist der Kurs ein perfekt komponiertes ­Ensemble aus fein gestalteten Löchern und anspruchsvollen Elementen.

Loch 1 lässt dem Slicer in uns einen willkommenen Spielraum auf der rechten Seite, da mangels Driving Range ein Kaltstart erforderlich ist. Wobei «Kaltstart» relativ ist: Auf den Seychellen, die lediglich sieben Grad südlich des Äquators liegen, fallen die Temperaturen im Durchschnitt nie unter 24 Grad Celsius.

Dafür ist Regen kein seltener Besucher – und das sei auch gut so. «Ohne die regelmässigen Niederschläge wäre die Vegetation nicht so üppig und die tropischen Vögel würden woanders ­Unterschlupf suchen», erklärt Dillys Pouponneau, Umweltmanagerin des Golfresorts. Doch weil sich der Regen in Reisekatalogen nicht so gut macht, seien viele Urlauber irritiert, wenn sie ihre erste Ladung abbekommen. «Dabei ist es logisch, ohne Regen sähe es hier so karg und trostlos aus wie auf Lanzarote oder Teneriffa», bemerkt die 24-jährige Seychelloise lachend.

FEUCHT-FRÖHLICH AUF DEN ERTEN NEUN
So werden die ersten neun Bahnen nicht selten zu einer feuchten Angelegenheit. Das liegt aber nicht nur an den Wetterverhältnissen. Immer wieder haben die beiden Golfplatz-Designer erfolgreich mit Wasserhindernissen gespielt, sie mit schmalen Fairways, Palmen-Spa­lieren und den Seychellen-typischen ­Granitfelsen kombiniert. Wer seinen Abschlag verzieht und abseits der Fairways landet, wird immer wieder Bekanntschaft mit den zahlreichen ­roten Riesenkrabben machen, die sich hier ihre Höhlen eingerichtet haben.

BEGEGNUNG MIT URGESTEINEN
«Zum Glück haben unsere Riesenschildkröten keinen Zugang zum Golfplatz. Neben Wasser und Sandbunkern wären sie ein zusätzliches Hindernis», fügt ­Garys Assistent Jerry Jean-Baptiste lachend hinzu. Eigentlich leben die seltenen ­Al­dabra-Schildkröten, die ursprünglich vom 1000 Kilometer entfernten Al­dabra-Atoll stammen, hauptsächlich auf der kleinen Insel Curieuse. Die ehemalige Lepra-Insel steht heute unter ­Naturschutz und ist Heimat für 300 Exemplare.
«Drei Giganten haben aber das grosse Los gezogen und dürfen bei uns im Fünfsterneresort hausen», verrät Jerry. Mit ihren behäbigen Schritten wirken sie wie aus der Zeit gefallene, lebende Fossilien, die der Mensch Ende des 19. Jahrhunderts beinahe ausgerottet hätte. Seefahrer nahmen sie damals als Proviant an Bord, um sie bei Engpässen unterwegs zu schlachten. Dadurch verringerte sich der Bestand auf ein Minimum.

«Erst als die Regierung Schutzvorschriften aufstellte, Brutplätze abschottete und den Verzehr von Schildkrötenfleisch verbot, konnte sich die Spezies erholen», berichtet Umweltexpertin Dillys. Heute gibt es weltweit wieder rund 150 000 Aldabra-Riesenschildkröten. In keinem anderen Land der Welt existieren so viele seltene Tiere und Pflanzen wie auf den 115 Seychelleninseln im Indischen Ozean. Viele von ihnen sind Überbleibsel aus prähistorischen Zeiten vor Millionen von Jahren, als die Seychellen noch zum Ur-Erdteil Gondwana gehörten.

«Ein weiterer Vorteil ist, dass der ­Archipel bis 1770 völlig unbewohnt war und bewahren konnte, was im Konkurrenzkampf der Evolution auf dem Festland schon lange untergegangen war», erklärt Dillys. So ist ein Spaziergang durch den Nationalpark Vallée de Mai, der sich im Zentrum von Praslin befindet, auch heute noch wie eine Reise in eine ferne Vergangenheit. Bis heute ­beheimatet der Urwald, der 1983 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt ­wurde, den grössten intakten Bestand der endemischen Seychellenpalme mit der sagenumwobenen Coco de Mer, der Meereskokosnuss. Mit einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm ist sie der grösste und schwerste Samen der Welt.

HOCH HINAUF MIT AUSSICHT
Nach einer gemässigten ersten Hälfte zieht der Schwierigkeitsgrad auf der zweiten deutlich an. Es geht ins Inselinnere und das Gelände gewinnt an Höhe. Fast terrassenförmig führen die Fairways nach oben. Steil geht es die Hügel hinauf und wieder hinunter, über kleine Schluchten und durch dichte Wälder. Spätestens ab Loch 13 beginnt für Liebhaber von spektakulären Höhenunterschieden und ebensolchen Aussichten der wirklich interessante Teil des Lé­muria-Golfplatzes. Fast hat man den ­Eindruck, man spiele in den Alpen, und begreift nun endlich, warum ein Elektrocart unabdinglich ist. Zeit für eine Verschnaufpause bleibt trotzdem nicht. Viel zu sehr ist man damit beschäftigt, die Aussicht zu geniessen – auf den Platz, das Meer, die Natur.

«Besonders hervorzuheben ist Loch 15, unser Signature Hole», betont Gary. Ein 151 Meter langes Par 3, das durch den Höhenunterschied von 50 Metern zwischen Abschlag und Grün immer von einer leichten Brise begleitet wird. ­«Neben dem Ausblick wartet hier noch ein weiteres Highlight», fügt der Golfmanager hinzu. Direkt hinter dem Grün liegt der Traumstrand Anse Georgette, den man eigentlich ganz ohne Golfbag und dafür mit Strandtuch und Lektüre besuchen sollte. «Der beste Anreiz, um den Rest des Kurses schnell hinter sich zu bringen», scherzt der 38-Jährige.

SENIOREN-TOUR ZU GAST
Auch in diesem Dezember wird das Constance Lémuria Resort wieder zum Austragungsort der MCB Tour Championship (5. bis 7. Dezember 2019) und die Insel Praslin zum Schauplatz des internationalen Profi-Golfsports. «Wahrscheinlich haben alle Spieler die knusprigen Chips aus der Brotfrucht gekostet», verrät ­Jerry. Der Tradition zufolge komme jeder, der davon probiert, noch einmal auf die Seychellen zurück. Zum Glück haben wir reichlich davon gegessen...


Facts and Figures Praslin/Seychellen

GOLFEN UND SCHLAFEN
Inmitten einer traumhaften Kulisse von weissen Sandstränden, Kokospalmen und dem Indischen Ozean bietet das luxuriöse, «Green Globe»-zertifizierte Constance Lémuria Resort an der Nordwestküste Praslins alles für einen unvergesslichen Golfurlaub: erstklassige Küche, direkten Zugang zu drei Stränden und einen 18-Loch-Meisterschaftsgolfplatz (Par 70, Länge 5580 Meter).

Keine Greenfee für Hotelgäste, externe Spieler zahlen rund 138 Franken (inkl. Golfcart). Wer sich zusätzlich Schläger ausleiht, zahlt insgesamt 163 Franken. Aufgrund seines ausgezeichneten Zustands und der grossartigen Architektur ist der Platz jeden Franken wert.
www.constancehotels.com

ESSEN
Zur Mittagszeit ist das The Diva ein beliebter Ort für Golfer, die sich hier mit leichten und erfrischenden Speisen stärken. Das Restaurant The Nest bietet fangfrischen Fisch, Meeresfrüchte und kreolische Spezialitäten mit Blick auf den Strand der kleinen Anse Kerlan. Das Dinner-Restaurant Les Boucaniers im Acajou Beach Resorts auf Praslin erinnert an die Veranda eines traditionellen Plantagenhauses mit rustikaler Ausstattung und gemütlicher, kreolischer Atmosphäre (täglich ab 19:30 Uhr). Das Café des Arts an der Côte d'Or ist bekannt für frischen Fisch und Meeresfrüchte und wird oft als «bestes Restaurant auf Praslin» gelobt.

AKTIVITÄTEN UND AUFLÜGE
Inseltouren, Schnorchel- und Angelausflüge zu allen Inner Islands können bei Starfish Boat Charter gebucht werden (Anfragen über das L'Hirondelle Guesthouse auf Praslin).
www.hirondelle-seychelles.com

Das Vallée de Mai (UNESCO-Weltnaturerbe) auf Praslin beheimatet einen Rest der ursprünglichen Palmenwälder der Seychellen und die sagenumwobene Coco de Mer.
www.sif.sc/vdm

Das Lémuria Dive Centre bietet (Nacht-)Tauchgänge zu den meisten der circa 80 Tauchspots der Seychellen an. Dank der strikten Naturschutzbestimmungen zählt der Archipel zu den besten Tauchrevieren der Welt.
www.constancehotels.com

ANREISE
Zahlreiche Airlines wie Emirates, Air France und Turkish Airlines fliegen von Zürich mit einem Zwischenstopp auf die Hauptinsel Mahé. Vom Inter Island Terminal in der Hauptstadt Victoria geht es mit der Fähre Cat Cocos in einer Stunde nach Praslin. Ein Mietwagen ist empfehlenswert (Vorsicht: Linksverkehr). Buchbar über den lokal operierenden, deutschsprachigen Anbieter Maki Car Rental.
www.catcocos.com
www.maki-car-rental.com

REISEZEIT

Auf den Seychellen ist es ganzjährig tropisch warm mit Temperaturen knapp unter 30 Grad, die aufgrund der Äquatornähe kaum schwanken. Die meisten Niederschläge fallen von Dezember bis Februar – meist nur kurzer Starkregen.

AUSKUNFT
Weitere praktische Information finden Sie über die offizielle Webseite der Seychellen und die Homepage des Seychellen-Experten SeyVillas.
www.seychelles.travel/de/
www.seyvillas.com

BUCHTIPP
Der Reiseführer «InselTrip Seychellen» von Thomas Barkemeier ist ein toller Begleiter, um die Inselgruppe auf eigene Faust zu erkunden. Erschienen im Reise Know-How Verlag, um 17 Franken.

Text: Anna Karolina Stock
Fotos: Adobe Stock, Nikolai Sorokin; Constance Hotels and Resorts; Anna K. Stock; Seychelles Tourism Board; Constance Hotels and Resorts


LANDESTYPISCH Das Resort wurde im regionalen Stil gehalten.

HÜGELIG Die ersten zwölf Bahnen sind eher flach, ab Loch 13 geht es hoch hinauf.

KOMFORTABEL Das Schlafzimmer einer der elegant ausgestatteten Junior-Suiten.

ROMANTISCH «Dinner on the rocks» mit Sonnenuntergang im Restaurant The Nest.

GIGANT Auf Curieuse begegnet man auch Aldabra-Riesenschildkröten.

EINDRÜCKLICH Golf mit Rundumblick – auf dem Lémuria-Golfplatz keine Seltenheit.

SEHENSWERT Die Seychellen zählen zu den besten Tauchrevieren der Welt.

NATÜRLICH Der Nationalpark Vallée de Mai gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.

NATURSCHUTZINSEL Cousin beheimatet insgesamt eine Viertelmillion Seevögel.



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