---
facebook twitter google plus print

José Coceres gewinnt Swiss Seniors Open

Turnierbotschafter André Bossert und der in Maienfeld wohnhafte Paul Wesselingh beenden das Swiss Seniors Open 2019 auf dem geteilten 40. Platz.

Der Argentinier José Coceres hatte das 54-köpfige Feld des Swiss Seniors Open 2019 weder nach der ersten noch nach der zweiten Runde angeführt. Aber am Schlusstag nutzte der 55-jährige Argentinier die Tatsache, dass die führenden Peter O'Malley (Australien) und Andrew Oldcorn (Schottland) leichte Schwächen zeigten und nur je eine Par-Runde von 70 Schlägen ins Clubhaus brachten. Coceres spielte unterdessen mit 14 Pars und vier Birdies sehr solide. Mit einem Gesamtscore von 199 Schlägen zog er an O'Malley und Oldcorn vorbei.

Coceres war nebst dem Waliser Ian Woosnam der am höchsten dekorierte Professional im Feld des mit 320 000 Euro dotieren Schweizer Staysure-Tour-Events. Er siegte in den Neunzigerjahren zweimal auf der European Tour und in seinem besten Jahr, 2001, zweimal sogar auf der hochdotierten PGA Tour. Trotzdem bedeutet ihm der erste Erfolg bei den Ü50-Golfern sehr viel: «Es ist wunderbar hier in Bad Ragaz. Es erinnert mich auch an Crans-Montana, wo ich oft gespielt habe und wo ich Freunde habe. Der Sieg hier ist auch eine Bestätigung für meine gute Arbeit.»

José Coceres ist ein geselliger Mensch. Bei der Siegerehrung des Swiss Seniors Open 2019, die wegen eines Gewitters ins Clubhaus hatte verlegt werden müssen, unterhielt er die Zuschauer bestens. Da es mit seinem Englisch nicht zum Besten bestellt ist, begann Coceres die Ansprache des Siegers so, wie die Rede üblicherweise aufhört: «See you next year.» Noch lange nach dem Turnier klatschte er mit Dutzenden von freiwilligen Helfern ab. Dass er nach Bad Ragaz zurückkehren werde, bestätigte er anschliessend in TV-Interviews. Sein Sohn Marcos, der den Vater als Caddie über den Platz begleitete und später den grossformatigen Siegercheck über 48 000 Euro einpackte, wird auch 2020 zur Titelverteidigung mitreisen. Denn: «Dieser Sieg ist umso schöner, weil meine Liebsten dabei sind», sagte José Coceres, als er nach Gewitterende wieder auf dem ersten Abschlag stand und mit der Sonne um die Wette strahlte.

Der Südfranzose Jean-François Remésy hatte an diesem Wochenende zwar die Spielstärke, um als Vorjahressieger ein solches Double sicherzustellen. Am Samstag und am Sonntag war er mit 66 respektive 64 Schlägen der beste Spieler im Feld. Aber die 71er-Runde vom Freitag stellte sich als zu grosse Hypothek heraus. Remésy konnte die Lücke nicht mehr ganz schliessen und wurde geteilter Zweiter – schlaggleich beispielsweise mit Peter O'Malley und dem früheren Ryder-Cup-Spieler Peter Baker aus England. Der ehemalige Masters-Champion Woosnam, der Stargast des Turniers, drehte am Schlusstag mit 65 Schlägen auf und verbesserte sich auf den 9. Rang.

Für den 55-jährigen Zürcher André Bossert machte sich die ungewohnt geringe Turnierpraxis der letzten Monate bemerkbar. «Eigentlich kann ich mir niemals vorstellen, dass ich auf diesem Platz, den ich so gut kenne, ein Runde über Par spielen kann», sagte der Turnierbotschafter hinterher. Dennoch ist es ihm am SSO-Wochenende 2019 zweimal passiert. Nach einer 73 (3 über Par) am Sonntag musste er sich mit dem 40. Platz zufriedengeben. Diesen Rang teilt sich «Bossy» mit dem Bad-Ragaz-Champion von 2013, dem Engländer Paul Wesselingh, der seit knapp zwei Jahren in Maienfeld wohnt und so Heimvorteil geniesst.

Hier gehts zu den Scores


Foto: Hanspeter Fahrni







Anzeige