---
facebook twitter google plus print

GO PRO Formel-1-Star und Hobbygolfer Daniel Ricciardo nimmt seine Go Pro überall mit hin – auch auf den Golfplatz?

Kritisch betrachtet: #Do you tube or Go Pro?

… oder warum Sie sich Steine in den Weg legen sollten. Eine Kolumne von Mischa Peter, Swiss PGA Pro im Golfpark Holzhäusern.

# Im Golf gibt es genau zwei Todsünden: einen zweiten Putt zu kurz zu lassen, oder wenn Sie auf dem Grün ­«Fore» rufen müssen. Ach ja – und wenn Sie Youtube-Videos schauen, um vermeintlich besser zu werden.

# Ich sage es Ihnen, so klar es nur geht: Es gibt keine Abkürzung zu Ihrem Erfolg. Es gibt keine einfache Lösung für Ihr besseres Score oder das tiefere Handicap. Der einzige Weg, der Sie wirklich besser werden lässt, besteht aus Geduld, zielgerichtetem Üben, Golfstunden, Spiel­praxis und der spannenden Suche nach Ihrem eigenen, richtigen Weg. Den kennen schlussendlich nur Sie.

# 22 700 000. Das ist die Zahl an Videos, die auf Youtube mit Golf in Verbindung gebracht werden. Ich weiss nicht, wie viele den Autos und wie viele der Geografie angehören. Aber ich weiss eines: Sie gewinnen eher im Lotto, als dass Sie genau das richtige Video finden, welches Ihr Problem jetzt gerade hier vor dem Bildschirm löst. Und wenn Sie dann noch zum Schwung ausholen, in Ihren Pyjamahosen, ohne auf die Lampe hinter Ihnen zu achten, dann weiss auch der Nachbar, was Sie gerade wieder tun.

# «Wie fix ich den Slice? Wie drehe ich meine Schultern? Der längste Schlag mit einem Putter! Der einfachste Schwung im Golf! Wie spiele ich endlich unter 80, 90, 100? Der beste und schlechteste Schlag der Saison…» ­Je extremer und reisserischer der Titel, desto besser. Wenn dann noch ein Bild eines Stars (der absolut rein gar nichts mit dem Titel zu tun hat) oder einer sexy Golferin im zu kurzen Golfer-Rock in der Vorschau steht, sieht man sicher zwischen 100 und 200 Tausend Klicks.

# Immer wieder höre ich von meinen Kunden oder von anderen Golfern, dass sie gerade gestern bis morgens um 1 Uhr noch Youtube-Videos geschaut haben. Vor dem Turnier natürlich. In der Hoffnung, morgen nicht ganz zu versagen oder den ersten Schlag gleich in die Binsen zu hauen. Im Geheimen frage ich mich dann, auf was diese Golfer schauen, was sie suchen, was sie hören wollen oder was sie zu verstehen versuchen. Und vielleicht ist das Video ja auch noch auf Englisch?

# Die Go-Pro-Variante: Einen Pro zu finden, der einem helfen kann, ist einfach. Alle unsere Pros in der Schweiz sind gut ausgebildet. Die Swiss PGA macht genug dafür, dass das auch so bleibt. Und trotzdem höre ich immer wieder: «Ich nehme keine Stunden, da muss ich mir wieder was Neues aneignen. Und dann nörgelt er wieder an meinem Griff rum, und das mag ich sowieso nicht.»

# Ich hoffe, dass diese Leute in meinem Gesichtsausdruck mein Unverständnis oder sogar mein bedauerndes Lächeln nicht zu offensichtlich erkennen. Nur wer aus seiner eigenen Welt – im Fachjargon als «Comfort Zone» bezeichnet – herauskommt, wird besser.

# Der Fehler liegt vermutlich darin, dass man Ihnen ganz am Anfang, als Sie angefangen haben, Golf zu lernen, nicht gesagt hat, dass es nie aufhört. Dies ist ein fortwährender Prozess und der Gipfel dieses Aufstiegs liegt in den Wolken. Einfach weiterlaufen, den nächsten Schritt machen – zusammen mit Ihrem Pro.

# Auf www.swisspga.ch finden Sie ganz bestimmt den Richtigen in Ihre Nähe. Fragen Sie Ihren Pro nach einem Jahresplan, versuchen Sie immer, in einer Lektion mehrere Themen anzuschneiden. Langeweile ist der Feind des Lernens. Ihre Comfort Zone können Sie dann wieder im Auto und in der Sitzposition einnehmen. Und als letzte Massnahme: Sperren Sie in Ihrem Browser Youtube (zumindest die Golfseiten) und setzen Sie den Reservierungslink Ihres Pros ganz zuoberst.