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Überfokus auf dem Platz: Warum weniger oft mehr ist

Kolumne von Pascale Fahrni, Golf-Mental-Coach, www.fahrni-coaching.ch

Herr Gustav Olfer hat gerade gestern in einem Buch gelesen, wie wichtig Fokus für seine Unternehmerpersönlichkeit und für sein Golfspiel ist. Nun steht er am Abschlag auf einem Par 3 und versucht sich zu erinnern, was er machen muss, um mehr Fokus zu bekommen. «Ich muss mein Ziel fokussieren, also die Fahne und den reinrollenden Ball visualisieren!» – «Ich muss über dem Ball stehen und richtig atmen!» – «Ich muss an nichts denken!» – «Ich muss locker schwingen!» Also visualisiert, atmet und denkt er an nichts... und schwingt – leider nicht locker!

Wenn Golfer oder Unternehmer zu mir als Golf-Mental- Coach kommen, um mehr Fokus und Konstanz in ihrem Spiel zu erreichen, dann weiss ich, dass vieles eigentlich schon da ist. Denn ohne Fokus, Aufmerksamkeit oder Konzentration hätten sie niemals Golf spielen gelernt oder ihr Business bis jetzt erfolgreich geführt. Und doch ist da noch mehr als «nur» FOKUS, FOKUS, FOKUS.

Wir sprechen von Fokus, wenn jemand an der Sache bleibt, ohne sich ablenken zu lassen. Sich auf das Wesentliche konzentrieren kann und dabei nur eine Sache, ein Ziel hat. Da wir jedoch in der heutigen Zeit von vielen Einflüssen gleichzeitig überflutet werden, ist FOKUS halten gar nicht so einfach und wird für viele so richtig anstrengend.

Herr Olfer hat es gezeigt. Er möchte sich fokussieren und hat trotzdem ganz viele Gedanken, die da um ihn kreisen. Er ist auf dem richtigen Weg, und trotzdem befindet er sich in der sogenannten «Multitasking»-­Situation. Visualisieren, atmen, an nichts denken, locker bleiben.

Na, merken Sie es? Er denkt, er fokussiert sich, und gleichzeitig ist er dabei, sich zu überfluten. Sein Fokussieren löst bei ihm Stress, Druck aus, und dann ist bekanntlich nicht an lockeres Schwingen zu denken. Also erst einmal loslassen, denn die Energie folgt dem Fokus. Sind Sie überfokussiert, dann verteilt sich die Energie wie bei einem Leck, und Sie verlieren das volle Energiepotenzial.

Grundsätzlich ist Golf nichts anderes als fokussieren, loslassen, fokussieren, loslassen und so weiter. Wie komme ich jetzt jedoch auf dieses Level? Ganz einfach.

Wählen Sie für sich ein einziges Thema mit Ziel aus. Also zum Beispiel «visualisieren», «gedankenfrei sein», «atmen», «im Hier und Jetzt bleiben» und so weiter. Themen gibt es viele. Es kommt ganz auf Sie an, was Sie jetzt gerade am nötigsten für Ihr Spiel brauchen.

Informieren Sie sich und lernen Sie alles zu diesem Thema. Suchen Sie sich einen Experten.

Wenden Sie es an, also ausprobieren, reflektieren, korrigieren, und zwar auf und/oder neben dem Golfplatz. 


Lassen Sie sich nicht dadurch ablenken, dass, wenn es noch nicht klappen sollte, Sie sich sofort auf etwas anderes fokussieren. Bleiben Sie beim Wesentlichen.

Lassen Sie auch mal los. Das ist neben dem Dranbleiben sehr wichtig. Denn ohne Loslassen können Sie nicht richtig fokussieren. Loslassen heisst, Ihnen und Ihrem Ziel ab und zu auch wieder Raum und Erholung zu geben. Um dann wieder voll fokussiert an einer Sache dranzubleiben.

Überfokussiert sein kann zwei Dinge bedeuten: Ent­weder Sie verbeissen sich in eine Sache und vergessen loszulassen oder Sie meinen, Sie seien fokussiert – dabei sind Sie voll in die Multitasking-Falle getappt. Sollte dies in Zukunft geschehen, sind Sie jetzt gewappnet und wissen, wie es geht. Konsequent an nur einer Sache dranbleiben.

Zur Person:

Pascale Fahrni ist Golf-Mental-Coach und Unternehmerin. Seit 30 Jahren begleitet sie Menschen auf ihrem Weg, Ressourcen zu erkennen und diese gewinnbringend zu nutzen. Eine grosse Leidenschaft von Pascale Fahrni ist die Verbindung von Golf- und Unternehmerthemen im Zusammenhang mit mentaler Stärke. Dadurch erhalten ihre Kunden eine umfassende Unterstützung, die weit über das Verbessern des eigenen Golfspiels hinausgeht.





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