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ATEMBERAUBEND Einige Spielbahnen von Cape Kidnappers liegen direkt an den Klippen.

Unvergessliche Golferlebnisse

Für eine Golfrunde kann man auf einigen Plätzen sehr viel Geld ausgeben. Wir präsentieren teure Greenfees und Tipps, wie man fallweise Geld sparen kann.

Welcher passionierte Golfer träumt nicht davon, einmal die besten und schönsten Golfplätze der Welt zu spielen? Zahlreiche Clubs – beispielsweise Augusta National, Cypress Point oder Pine Valley – sind exklusive Privatclubs und stehen daher ausschliesslich Mitgliedern und deren Gästen offen. Viele andere Plätze können von Greenfee-Spielern besucht werden (in manchen Fällen jedoch nur, wenn sie in einem bestimmten Hotel übernachten), verlangen jedoch oft ein exorbitantes Greenfee. Teilweise entstehen noch zusätzliche Kosten, wie beispielsweise ein obligatorischer Caddie oder Forecaddie oder für das Parkieren des Autos.

So staunte das Team von G&C damals nicht schlecht, als wir nach unserer Runde im Trump Doral Resort noch einmal rund 40 US-Dollar für das vorgeschriebene Valet-Parking bezahlen mussten. In unserer Übersicht finden Sie einige der teuersten Greenfees der Welt, wo eine Runde fast so viel kostet wie eine einwöchige All-Inclusive-Reise.

TIPPS ZUM SPAREN
Wer in den Genuss einer Runde auf ­einem berühmten und aussergewöhnlichen Parcours kommen möchte, für diejenigen gibt es in manchen Fällen Möglichkeiten, wie man sich einen Teil des regulären Greenfees ersparen kann. So bieten die meisten Resorts spezielle Golfpakete an, in denen Golfrunden und Übernachtungen zu einem (meist reduzierten) Gesamtpreis angeboten werden. Bei manchen Clubs variiert das Greenfee je nach Tageszeit, oft kann man am Nachmittag ein vergünstigtes «Sunset-Greenfee» lösen.

Dazu kommt, dass immer mehr Clubs nach dem Vorbild von Fluglinien auf «Dynamic Pricing» setzen – dabei ändert sich der Preis je nach Angebot und Nachfrage und selbst an ein und demselben Tag kann es mehrere verschiedene Angebote geben. So kostet eine Runde auf dem TPC Blue Monster des Trump Doral ­Resorts in Miami am selben Tag zwischen 450 und 270 Dollar.

In diesem Fall lohnt es sich natürlich, in puncto Termin flexibel zu sein, beziehungsweise die Preise genau zu vergleichen. Das grösste Sparpotenzial liegt jedoch bei manchen Clubs definitiv bei der Jahreszeit, respektive der Nebensaison. Wer unwirtliche Temperaturen ­sowie nicht perfekte Platzbedingungen in Kauf nimmt, kann unter Umständen bis zur Hälfte (im Vergleich zur Hochsaison) sparen.

GÜNSTIGER IN DER NEBENSAISON

«Temperaturresistente» – was gleichermassen für Kälte wie auch für Hitze gilt – können beispielsweise auf den Britischen Inseln sowie in südlichen Staaten der USA beim Greenfee sparen. So kostet eine Runde auf Trump Turnberry in der Hochsaison 325 Pfund, im Winter kann man dort um nur 200 spielen. Das vielleicht beste Angebot in der Welt des Golfsports bietet der legendäre und historische Old Course in St. Andrews, den Golfenthusiasten unbedingt zumindest einmal in ihrem Leben gespielt haben sollten. In der Wintersaison (bis Ende März) beträgt das Greenfee sage und schreibe nur 95 Pfund – in der Hochsaison kostet es mit 195 Pfund mehr als doppelt so viel.

Ähnliche Angebote findet man in Nordirland, wo sich zwei weitere der weltbesten Kurse befinden: Eine Runde auf dem Dunluce Course von Portrush, Austragungsort der letztjährigen Open Championship, sowie dem Champion­ship­­-Kurs von Royal County Down kostet im Winter nur jeweils 90 Pfund (im Sommer jedoch 240 Pfund).

Genau umgekehrt ist es in den südlichen Staaten der USA. Eine Runde im Troon North Golf Club in Scottsdale, Arizona gibt es im Sommer (wo Temperaturen jenseits der 45 Grad nicht untypisch sind) ab 39 Dollar, in der Hochsaison im Frühling zahlt man bis zu 279 Dollar.

Das Greenfee für den Stadium Course des TPC Sawgrass in Florida, alljährlicher Gastgeber der The Players Championship (siehe auch Seiten 52 bis 56), kostet 532.50 Dollar in der Hochsaison, während die «Sunset Fee» im Sommer 319.50 Dollar beträgt (zudem muss man im Sawgrass Marriott übernachten).

NUR FÜR HOHE REISEBUDGETS
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind auch für Golfende das «Land der unbegrenzten Möglichkeiten». Das ­betrifft nicht nur die Anzahl der insgesamt 16 752 Anlagen, womit es dort 13 583 mehr gibt als in Japan, dem Land mit den zweitmeisten Golfplätzen (Zahlen aus dem World 2019 Report der R&A).

Auch die Preisspanne reicht von wenigen Dollar bis hin zu 750 Dollar pro Person für Shadow Creek sowie den laut deren Website exklusiven Privatclub Canyata im ruralen Illinois, der von ­unserer Partnerpublikation «Golf Digest» unter «America’s 100 Greatest» gewählt wurde und der Greenfee-Spielern offen steht. Im Greenfee sind zwar die Benützung eines Golf-Carts, Snacks und Getränke enthalten, ein Forecaddie muss jedoch extra bezahlt werden.

Im Vergleich dazu wirkt Pebble Beach – dessen Greenfee oft irrtümlich als teuerstes der USA gehandelt wird – um 575 Dollar (plus 45 Dollar für das Golf-Cart für Nicht-Resortgäste) fast wie ein «Sonderangebot». Laut der Website golfadvisor.com gibt es in den USA über 20 Plätze, deren Greenfee in der Hochsaison mindestens 345 Dollar beträgt.

Für die bekanntesten Kurse der USA, die noch dazu oft Austragungsorte grosser Turniere sind, sind Greenfees jenseits der 400 Dollar längst keine Seltenheit mehr. Eine Runde in Pinehurst Number 2, Veranstalter des US Open 2005, 2014 und 2024, kostet 495 Dollar. Der Straits Course von Whistling Straits, wo bereits zweimal die PGA Championship zu Gast war und wo im September der Ryder Cup stattfinden soll, kostet in der Hochsaison bis zu 475 Dollar.
Für eine Runde auf dem legendären Ocean Course von Kiawah Island (Ryder Cup 1991, PGA Championship 2012 und 2021) müssen Nicht-Resortgäste in der Hochsaison 450 Dollar bezahlen (373 Dollar, wenn man dort übernachtet) – bei beiden Clubs kommen auch noch das Trinkgeld, beziehungsweise die Gebühr für den Caddie hinzu.

Auch in der Karibik kann man für ­eine Golfrunde viel Geld ausgeben. Gäste des luxuriösen Sandy Lane Resorts auf Barbados bezahlen 400 Dollar für eine Runde auf dem hauseigenen Green Monkey. Angeblich soll pro Tag eine Startzeit für Nicht-Resortgäste verfügbar sein, die 4000 Dollar kostet – egal, ob man alleine oder zu viert spielt.

DER HOT SPOT DER EXORBITANTEN GREENFEES

«Sin City» Las Vegas ist vor allem für Glücksspiel und Nightlife bekannt. Doch auch Golfenden hat die Wüstenmetropole einiges zu bieten, darunter zwei der höchsten Greenfees der USA. Für eine Runde in Shadow Creek muss man ­jeweils 750 Dollar bezahlen – darin ­inkludiert sind Cart, Caddie und Limousinentransfer von und zu dem Club, ­jedoch nicht das Trinkgeld für den Caddie.

Nur Gäste eines MGM-Hotels dürfen überhaupt dort spielen. Etwas «günstiger» ist der Wynn GC, wo das Greenfee in der Hochsaison (ohne Trinkgeld für den Caddie) 550 Dollar beträgt. «Nur» 399 Dollar plus Forecaddie kostet eine Runde auf dem spektakulären Cascata, der sich rund eine halbe Autostunde von der Stadt entfernt befindet.

SENSATIONELLE PLÄTZE AM ANDEREN ENDE DER WELT
Neuseeland ist eine absolut empfehlenswerte Golfdestination – wer jedoch die besten Plätze spielen möchte, sollte über ein entsprechend hohes Reisebudget verfügen. Cape Kidnappers und Kauri Cliffs waren bereits in zahlreichen Bewertungen der «Top-100-Golfplätze» der Welt zu finden – das Greenfee ­beträgt jeweils 650 Neuseeland-Dollar (rund 400 Franken).

Noch teurer soll eine Runde angeblich in dem Club Tara Iti sein, der nördlich von Auckland liegt und von «Golf Digest» auf Platz zwei der besten Clubs ausserhalb der USA gewählt wurde. Der Club ist an sich privat, nach einem Empfehlungsschreiben des jeweiligen Heimclubs und der Bewilligung des Vorstands von Tara Iti dürfen Gäste (die nicht von einem Mitglied eingeladen werden) einmal die Lodge besuchen (wo sie mindestens eine Nacht verbringen müssen) und dort spielen. Genaue Kosten werden nicht verraten – sie sollen jedoch vergleichbar mit denen von Cape Kidnappers und Kauri Cliffs sein, wie uns ein Sprecher des Clubs auf Anfrage mitteilte.

Auf der Südinsel ausserhalb von Queenstown befindet sich der Privatclub The Hills, der auch Gastspielern offensteht. Das Greenfee wird nicht offiziell publiziert, soll jedoch zwischen 550 und 1000 Neuseeland-Dollar betragen.

HOHE GREENFEES IN EUROPA
Auch auf unserem Kontinent gibt es ­einige Clubs, die horrende Greenfees verlangen. Trump International Golf Links in Aberdeen kostet 312 Pfund, Kings­barns bei St. Andrews 298 Pfund. Adare Manor in Irland, 2026 Austragungsort des Ryder Cups, schlägt mit 395 Euro zu Buche. ­Valderrama, der vielleicht bekannteste Club Kontinentaleuropas, wo 1997 der Ryder Cup zu Gast war, verlangt ein Greenfee von 400 Euro – dazu kommt eine Gebühr für den Forecaddie.

Man kann natürlich diskutieren, ob die genannten Greenfees gerechtfertigt sind oder für eine Runde Golf in keiner Relation stehen. Diese Golfplätze bieten jedoch auf alle Fälle ein unvergessliches Golferlebnis sowie meist einen hervorragenden Pflegezustand und aussergewöhnlichen Service.

Text: Stephan Gürtler
Fotos: Getty Images; ZVG


THE OPEN Der Dunluce Course von Royal Portrush war 2019 Gastgeber des letzten Majors.

HISTORISCH Den Old Course von St.?Andrews sollten Golf-Fans unbedingt spielen.

SENKRECHTSTARTER Tara Iti wird trotz seiner Jugend zur Weltelite gezählt.

EUROPA GEGEN DIE USA Auf dem anspruchsvollen und von Pete Dye gestalteten Straits Course von Whistling Straits in Wisconsin soll im September der Ryder Cup über die Bühne gehen.



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