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EINZIGARTIG Der «Red Course» führt durch eine fast surreale Landschaft.

Wie eine Kombination aus Everglades und Irland

Mitten in der Einöde Floridas befindet sich eine mondartige Dünenlandschaft mit drei aussergewöhnlichen Golfplätzen. G&C-Chefredaktor Stephan Gürtler hat dem neuen «In-Resort» einen Besuch abgestattet.

Viele Golfresorts locken Gäste durch leichte Erreichbarkeit – im Fall des Streamsong Resorts in Zentralflorida ist das genaue Gegenteil der Fall. Die Anlage befindet sich in der sprichwörtlichen «Mitte des Nirgendwo», daher kann bereits die Anfahrt als durchaus abenteuerlich bezeichnet werden. Für die Anreise empfiehlt sich einer der Nonstop-Flüge von Zürich mit Edelweiss (genauere Details dazu in der eigenen Info-Box).

Die Fahrzeit vom internationalen Flughafen Tampa zum Resort beträgt rund eine Stunde, vom Airport in Orlando sind es in etwa 90 Minuten. Alternativ kann man auch mit SWISS nach Miami fliegen – von dort dauert die Autofahrt allerdings gute dreieinhalb Stunden. Auf dem Weg zum Resort meint man, die Zivilisation zu verlassen – man fährt durch rurales Gebiet und Farmland, und sicher nicht wenige Touristen bekommen irgendwann das Gefühl, vom Navigationsgerät in die Irre geleitet worden zu sein. «Hier in der Nähe kann sich unmöglich ein Golfresort befinden», dachte sich daher auch das Team von Golf&Country.

Dünenartige Mondlandschaft
Die Einfahrt des Resorts selbst ist eher unscheinbar, man fährt einige Minuten über eine flache und kurvenreiche Strasse, bis man entweder beim Hotel oder einem der beiden Clubhäuser ankommt. Die gesamte Anlage ist Teil der «The Mosaic Company», welche auf dem fast 6500 Hektaren grossen Areal jahrelang Phosphat abgebaut hatte. Im Zuge des Abbaus sowie im Prozess der Rückgewinnung des Landes entstanden riesige Sanddünen, wie es sie sonst nirgendwo in Florida gibt. Diese von Menschen geschaffene, mondartige Dünenlandschaft erinnert in gewisser Weise an die klassischen Linkskurse in Schottland und Irland und erwies sich daher als ideales Terrain für den Bau von Golfkursen.

Das Resultat sind drei Linksstyle-Layouts aus den Federn der weltbesten Designer – das Erscheinungsbild aus Dünen, Waste-Areas, zahlreichen Bunkern, ondulierten Grüns und Wasserhindernissen kann mit Sicherheit als einzigartig bezeichnet werden. Die charakteristische Optik der Anlage findet man wahrscheinlich auf der ganzen Welt kein zweites Mal!

Black Course
Wir spielten als ersten den «Black ­Cour­se», der im September letzten Jahres offiziell eröffnet und noch vor Jahresende von der US-amerikanischen Publikation «Golf Magazine» als «Best New Course 2017» prämiert wurde. Der Kurs liegt einige Autominuten von den beiden anderen entfernt und hat ein eigenes Clubhaus mit der empfehlenswerten «Boone Valley Tavern», in welcher wir uns vor und nach der Runde mit typisch amerikanischer Cuisine stärkten. Gestaltet wurde der Parcours vom renommierten Architekten Gil Hanse, der durch sein Design des Olympic Golf Course in Rio de Janeiro internationale Bekanntheit erlangte.

«Die Landschaft hier ist mit keiner vergleichbar, die wir zuvor erlebt hatten. Sie ist eine der besten», ist Hanse von dem Areal begeistert. Das Layout unterscheidet sich von den beiden älteren Kursen durch noch breitere Fairways, grössere Bunker sowie gigantische und teilweise stark ondulierte Grüns. Teil des Par-73-Designs sind insgesamt fünf Par 5s, von denen zwei (Löcher 10 und 12) – zumindest bei Rückenwind, wie er bei unserem Besuch herrschte – auch von Spielern mit zwei Schlägen erreicht werden können, die sonst nicht zu den Longhittern zählen.

Ähnliches gilt auch für Nummer 14, ein kurzes Par 4, dessen Grün mit dem Abschlag erreicht werden kann. In Erinnerung bleiben wird vielen Spielern wohl auch die 13. Spielbahn – ein Par 4, welches über zwei Grüns verfügt. Teil der Anlage sind auch «The Roundabout», eine grosszügige Übungsanlage mit mehreren Grünkomplexen und sieben Trainingslöchern, sowie «The Gountlet», ein über 8000 Quadratmeter grosses Putting-Grün, welches sich direkt neben dem Clubhaus befindet.

Red Course
Am nächsten Tag bespielten wir den «Red Course», der sich ein Clubhaus mit dem «Blue Course» teilt. Beide Kurse wurden Anfang 2013 eröffnet und bereits von mehreren Publikationen unter die besten 100 öffentlichen Anlagen der USA gewählt. In dem Gebäude befindet sich neben einem Dutzend Gästezimmern auch das Restaurant «Fifty-Nine», in welchem wir ein typisch amerikanisches Morgenessen einnahmen – bekannt ist das Lokal aber vor allem für feine Steaks und Seafood. Wenige Meter daneben befindet sich das «Bye-Hole»: ein kurzes Par 3, auf welchem Wetten ausgespielt werden können.

«Als ich von dem Projekt hörte, dachte ich, das Letzte, was Florida noch braucht, ist ein weiterer Golfplatz», so Bill Coore, der den Parcours zusammen mit seinem Designpartner Ben Crenshaw gestaltete, im Rahmen der offiziellen Eröffnungszeremonie. Eine Aussage, die nicht unbedingt weiter verwundert – gab es im «Sunshine State» doch bereits über 1000 Golfplätze. «Dies hier zählt zu den ungewöhnlichsten, interessantesten und dramatischsten Landformationen, denen wir jemals begegnet sind. Die Landschaft ist anders als alle anderen, mit welchen wir jemals gearbeitet haben», so Coore.

Das abwechslungsreiche Layout wird von der beeindruckenden Dünenlandschaft, rollenden Fairways, grossen Seen und zahlreichen Bunkern und Waste-Areas charakterisiert. Durch einen guten Mix aus langen und kurzen Spielbahnen sorgt der Parcours für ein abwechslungsreiches Golferlebnis. Wie bei allen Kursen in Streamsong ist es schwer, ein «Signature Hole» auszumachen. Dem Team von Golf&Country gefällt besonders Nummer 16, ein Par 3 über ein Wasserhindernis mit einem gigantischen Grün.

Blue Course
An unserem Abreisetag stand noch eine Runde auf dem «Blue Course» auf dem Programm, welcher von Stardesigner Tom Doak angelegt wurde. «Ich war niemals wirklich begeistert von Florida-Golf – bis zu Streamsong. Es war klar, dass das Land, mit dem wir arbeiteten, aussergewöhnlich war. Es gibt nicht nur viele Höhenunterschiede – eine Rarität in Florida –, aber diese sind noch dazu oft abrupt», erklärt Doak, und fügt ­hinzu: «Dies ist solch ein gutes Grundstück für Golf. Durch den Minenprozess entstand eine Vielfalt an Konturen, die für Florida einzigartig ist – dies ist sie auch für den gesamten Südosten (der USA).»

Die Runde beginnt bereits spektakulär, da sich der erste Abschlag auf dem höchsten Punkt des Areals befindet und es aufgrund der Aussicht fast schwer fällt, sich auf seinen Drive zu konzentrieren. Insgesamt ist der Parcours dem «Red Course» relativ ähnlich – dies ist nicht weiter verwunderlich, arbeiteten die Architekten doch von Beginn an eng zusammen und einigten sich im Zuge dessen, wer welche Spielbahnen bauen dürfe.

Es gibt auf dem «Blue Course» mehr Höhenunterschiede, zudem kommt ein anspruchsvolles «Grande Finale», welches aus drei sehr langen Par-3, Par-5 und Par-4-Spielbahnen besteht. Eindrücklich ist vor allem das 7. Loch: ein Par 3, welches über Wasser und stark bergab gespielt wird, wobei das Grün von rund 25 Meter hohen Dünen umrahmt wird. Dieser Grünkomplex zählt zu den imposantesten, welche wir in den letzten Jahren spielen durften. Dieses sensationelle Hole war der absolute Favorit des Teams von Golf&Country. Es scheint keinen Konsens zu geben, welcher der Kurse der beste ist – das Team von Golf&Country kann sich zwischen «Blue» und «Red» nicht entscheiden, der «Black Course» gefällt uns hingegen etwas weniger gut.

«Cart-Golf» weniger erwünscht
Für die USA ebenfalls untypisch: Das Zu-Fuss-Gehen gehört zur Resortphilosophie und wird als integraler Bestandteil des Golfspiels erachtet. Golfcarts sind zwar verfügbar, jedoch wird deren Benützung nicht forciert – durch den Verzicht auf das Fahren soll das Golferlebnis optimiert werden, da es weniger Ablenkungen gibt und man den Golfplatz sowie die Umgebung intensiver wahrnimmt. Zwischen dem 1. Oktober und 31. Dezember darf man ab 11.00 Uhr mit dem Cart fahren, vom 1. Januar bis 31. März stehen diese generell nicht zur Verfügung. Wer fährt, muss zudem obligatorisch einen Forecaddie engagieren.

Gerade beim erstmaligen Bespielen der Kurse empfiehlt es sich zudem, sich für einen Caddie zu entscheiden: Dieser trägt nicht nur den Bag, sondern er kann vor allem auch durch seine Platzkenntnis helfen. Zudem handelt es sich in der Regel meist um illustre Charaktere, welche das Golferlebnis noch zusätzlich aufwerten.

Resort lässt keine Wünsche offen
Nach unserer ersten Runde checkten wir in dem vor wenigen Jahren erbauten Hotel ein, welches in kontemporärem Stil erbaut wurde und 216 Zimmer und Suiten beheimatet. Unser Gästezimmer war gross, modern und komfortabel eingerichtet und bot alle Annehmlichkeiten, die man sich nur wünschen könnte. Durch die Glasfront bietet sich ein imposanter Ausblick auf die umliegende Naturlandschaft.

Für das Abendessen entschlossen wir uns für einen Besuch des im untersten Stockwerk gelegenen «Sotto Terra», wo klassisch italienische Küche offeriert wird. In der Lobby befindet sich das «P2O5», welches den ganzen Tag über geöffnet hat und neben einem Buffetfrühstück traditionelle floridianische Cuisine im Programm hat. Mindestens einmal sollte man die «Fragmentary Blue» Lounge besuchen, die sich auf der Dachterrasse befindet und wo man den Golftag perfekt mit einem kühlen Drink ausklingen lassen kann.

«State of the Art» ist auch das AquaPietra Spa, welches im Design einer Grotte konzipiert wurde. Zur Auswahl stehen verschiedene therapeutische Wasseranwendungen, welche Körper und Geist verjüngen sollen. Zu den angebotenen Aktivitäten zählen unter anderem Fischen, Tontaubenschiessen und Bogenschiessen.

Zwischen dem Hotel und den beiden Clubhäusern verkehrt ein Shuttle, sodass man während seines Besuchs nie mit dem eigenen Auto fahren muss. Empfehlenswert ist das sogenannte «Tour Package»: Dies beinhaltet unter anderem drei Übernachtungen, eine Golfrunde auf allen drei Kursen sowie tägliches Frühstück. In puncto Golf kann Streamsong mit Sicherheit als das beste Resort Floridas bezeichnet werden – passionierten Golfenden kann Golf&Country daher einen Besuch empfehlen.

Facts & Figures

Blue Course

Design: Tom Doak

Par 72 (6562/5747/5058 Meter)


Red Course

Design: Bill Coore & Ben Crenshaw  

Par 72 (6536/5573/4740 Meter)

 

Black Course

Design: Gil Hanse

Par 73 (6703/5706/4840 Meter)

Greenfee: Zwischen $ 85 und $ 275

www.streamsongresort.com

 

Mit Edelweiss nach Florida!
Die Schweizer Fluglinie fliegt das ganze Jahr über – teilweise sogar mehrmals pro Woche – nonstop von Zürich nach Orlando sowie nach Tampa. Dabei gibt es einen ganz besonderen Service für Golfer: Der Transport von Golfgepäck (bis 23 Kilogramm) ist auf allen Flügen kostenlos! 

Zürich – Orlando (Oktober)

Dienstags 13.40, Ankunft um 17.50

Freitags 13.50, Ankunft um 18.00

 

Zürich – Orlando (November bis März)

Dienstags 13.40, Ankunft um 18.35

 

Orlando – Zürich (Oktober)

Dienstags 19.20, Ankunft am Mittwoch um 10.25

Freitags 19.55, Ankunft am Samstag um 11.00

 

Orlando – Zürich (November bis März)

Dienstags 20.25, Ankunft am Mittwoch um 11.25

 

Zürich – Tampa (Oktober)

Mittwochs 17.30, Ankunft 22.25

Sonntags 12.45, Ankunft 17.45

 

Zürich – Tampa (November bis März)

Sonntags 13.40, Ankunft 18.40

 

Tampa – Zürich (Oktober)

Mittwochs 13.55, Ankunft am Donnerstag 15.10

Sonntags 19.45, Ankunft Montag 10.55

 

Tampa – Zürich (November&Dezember)

Sonntags 19.45, Ankunft Montag 10.55

 

Edelweiss ist die führende Schweizer Ferienfluggesellschaft. Mit einer Flotte von 15 Flugzeugen im 2018 werden weltweit 70 Destinationen in 34 Ländern bedient. Jährlich fliegen fast 1,8 Millionen Gäste mit Edelweiss in die Ferien. Edelweiss ist Schwestergesellschaft von Swiss International Air Lines (SWISS) und Mitglied der Lufthansa Group.

www.flyedelweiss.com 

Änderungen vorbehalten.

FOTO: LARRY LAMBRECHT, NILE YOUNG



LINKS-STYLE Der «Black Course» verfügt über breite Fairways und gigantisch grosse Grüns.

MEISTERWERK Der «Red Course» aus der Feder von Bill Coore und Ben Crenshaw.

SIGNATURE HOLE Loch 7 des Blue Course zählt sicher zu den spektakulärsten Par 3s der USA.

MODERN Das Hotel wurde in kontempo­rärem Design gestaltet.



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