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HÜGELIG Bahn 8 des Göttingen­-Courses gibt einen Eindruck der zurückzulegenden Höhenmeter.

Der Platz mit dem Keilerkopf

Im Süden Niedersachsens, auf halber Strecke zwischen der Schweiz und Skandinavien, lockt eine 42-Loch-Anlage Golfer auf der Durchreise.

Nörten-Hardenberg ist für zwei Dinge bekannt: den Stau auf der Autobahn 7 und den Schnaps aus der Kornbrennerei. Hardenberger Korn wird mit ei­nem Logo beworben, das dem Wappen der Adelsfamilie von Hardenberg entstammt. Ein Keilerkopf erinnert seit 700 Jahren daran, dass das Grunzen von Wildschweinen einst die Hardenberger vor einem Überfall gewarnt hat. Als 2001 der Golfplatz aus den Jahren 1971 und 1987 um weitere 18 Löcher erweitert werden sollte, sah der kanadische Architekt David John Krause die Chance, den Keilerkopf zum integralen Bestandteil des neuen Platzes zu machen. Krause schuf ein Inselgrün inmitten eines Teiches: Sandbunker stellen Ohren, Schnauze und Hauer eines männlichen Wildschweins dar. Da man das Grün von einer Anhöhe anspielt, kommt der Keilerkopf gut zur Geltung.

ATTRAKTIONEN AUF DEN PLÄTZEN

Man wird der Golfanlage nicht gerecht, wenn man sie auf diese elfte Spielbahn des Niedersachsen-Courses reduziert. Das liegt daran, dass sich der Architekt auf fast jedem Loch besondere Hindernisse einfallen liess. An der 4 etwa spielt man über eine kleine Schlucht, an der 5 an einem Amphitheater vorbei, und die 9 hat den Spitznamen «Schweizer Käse» wegen der vielen Bunker.
Der ältere Göttingen-Course verzichtet auf solche Spielereien. Er ist bei Golfern mit höheren Handicaps beliebt, weil er die breiteren Fairways hat. Hier verliert man eindeutig weniger Bälle, dafür braucht man mehr Kondition (oder eines der vielen Carts).

GASTFREUNDLICHER CLUB

Die Infrastruktur ist zum 50-Jahr-Jubiläum gerade auf neusten Stand gebracht worden – inklusive ein Elektrozaun zum Schutz vor Wildschweinen. ­«Unser Headgreenkeeper hat extra den Jagdschein gemacht, um dabei zu helfen, die Schweine in den Wäldern um die Anlage unter Kontrolle zu halten», sagt die Clubmanagerin Luisa Brandis.

«Noch haben wir ein Durchschnittsalter von 68, aber langsam setzt eine Verjüngung ein. Das nahe gelegene Göttingen ist ja eine Studentenstadt. Deshalb sieht man heute durchaus auch mal Jeans und Turnschuhe auf der ­Anlage.»

GUTE RELAISSTATIONEN
In der Umgebung der Golfanlage gibt es gleich drei Partnerhotels für jeden ­Geschmack: Im 22 Kilometer entfernten Göttingen ist ein Freigeist-Hotel: städtisch, modern, mit spezieller Bar und der japanisch-peruanischen Erlebnis-gastronomie «Genusswerktatt». Ländlich ruhig und edel – nur zwei Kilometer enfernt – ist das zweite Freigeist-Hotel in Northeim mit der «Waldwerkstatt».

Gediegen steigt man im Relais&Chateau Hardenberg Burghotel auf dem gräflichen Landsitz ab, direkt unterhalb der tausend Jahre alten Burgruine Hardenberg, neben dem Schlosspark und der Destillerie. Das 300-jährige Fachwerkhaus ist beliebt bei Hochzeitsgesellschaften, weil das Standesamt zusammen mit dem Hotel ein Trauzimmer auf der Burg eingerichtet hat – romantischer geht es nicht. Zum Golfclub sind es elf Kilometer.

Text: Inka Grabowsky
Fotos: Hardenberg Golf Resort Marketing GmbH


FANTASIEVOLL Das Inselgrün inmitten eines Teiches ist in Form eines Keilerkopfes gestaltet.



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